APA - Austria Presse Agentur

Das Sozialministerium streicht 50-Prozent der Arbeitsmarktförderung für Frauen

Im Zuge der neuen strategischen Vorgaben des Sozialministeriums für das Arbeitsmarktservice (AMS) ist das bisherige Ziel, dass 50-Prozent der Arbeitsmarktförderung an Frauen gehen soll, gestrichen worden.

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AMS-Chef Johannes Kopf wolle dennoch an einer Überförderung von Frauen, die traditionell weniger als die Hälfte der Arbeitslosen stellen, festhalten. Das berichtete der "Standard" am Mittwoch.

Seit 2006 gab es die politische Zielvorgabe für das AMS, dass "50 Prozent der Aufwendungen des aktiven Arbeitsmarktbudgets für Frauen zu dotieren ist", schreibt der Standard. Nun gibt es dieses Ziel so nicht mehr. Dagegen heiße es nun eher allgemein, das AMS soll wieder verstärkt Langzeitarbeitslose, ältere Menschen, Jugendliche und Frauen unterstützen. Außerdem gibt es den Hinweis, dass "konkrete Arbeitsmarktchancen von Frauen zu erhöhen sind", heißt es in dem Zeitungsbericht.

"Echte Wahlfreiheit"

Auch die Verweise, dass Frauen über die negativen langfristigen Effekte von Teilzeitbeschäftigung aufgeklärt werden müssen, sowie dass Frauen, die eine Vollzeitstelle suchen, besonders stark unterstützt werden müssen, gebe es laut Standard nicht mehr. Stattdessen solle das AMS gemeinsam mit den Unternehmen "qualifizierte Teilzeitstellen" schaffen und den Frauen "echte Wahlfreiheit" ermöglichen, ob sie bei den Kindern bleiben wollen oder Teilzeit oder Vollzeit arbeiten wollen.

Die Zielvorgaben des Ministeriums sind lediglich Leitlinien für das AMS, die konkreten Ziele formuliert jedoch der Verwaltungsrat, der aus Arbeitgeber-, Arbeitnehmer-, sowie RegierungsvertreterInnen besteht. Dieser hat für das Jahr 2019 eine eigene 50-Prozent-Fördervorgabe für Frauen erlassen. Damit dürfte sich für heuer nichts Wesentliches an der Strategie des AMS ändern.

Fokussierung auf Teilzeitarbeit

AMS-Chef Kopf will zudem an der Überförderung von Frauen weiter festhalten, heißt es im "Standard". Frauen machen traditionell weniger als die Hälfte der beim AMS gemeldeten Arbeitslosen aus, daher führte das 50-Prozent-Ziel zu einer Überförderung. 2018 lag der Anteil bei 45,2 Prozent.

Kopf will nun einen Vorschlag beim Verwaltungsrat einbringen, laut dem es ein flexibles Ziel geben soll, wonach Frauen im Vergleich zu ihrem Anteil an den Arbeitslosen "um x Prozent" mehr Förderung erhalten sollen, heißt es in dem Bericht.

Von ArbeitnehmerInnenseite wurde laut "Standard" die Fokussierung des Ministeriums auf Teilzeitarbeit kritisiert. Bei der Wirtschaftskammer sehe man dagegen kein Problem in der Abschaffung eines bisher nicht sehr praktikablen 50-Prozent-Förderziels. In der Vergangenheit wurde das Förderziel mehrmals verfehlt. Auch das Ministerium sieht keine Nachteile, da Frauenförderung auch in den neuen Zielvorgaben weiterhin forciert werde, schreibt die Zeitung.

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