APA - Austria Presse Agentur

Erneut tausende "Gelbwesten" in Frankreich auf den Straßen

Drei Monate nach Beginn der "Gelbwesten"-Proteste in Frankreich sind in der Hauptstadt Paris und anderen Städten erneut tausende Menschen gegen die Regierung auf die Straße gegangen. Die Proteste waren am 17. November durch Pläne zur Erhöhung der Treibstoffsteuer ausgelöst worden und fanden am Samstag das 14. Mal in Folge statt.

Anders als bei früheren Protestmärschen, die von massiver Gewalt geprägt waren, blieb zunächst alles friedlich. "Ich war bei zwölf der 14 Male dabei. Ich halte dieses verfaulte System nicht länger aus", sagte der 44-jährige Christophe vor Beginn des Protestmarschs in Paris, der die Champs Elysee hinab über die Seine führte. Die Krankenschwester Marion sagte, sie habe an fast allen Demonstrationen teilgenommen. Die von Präsident Emmanuel Macron eingeleitete "große Debatte" bezeichnete sie als "Sand in den Augen". "Wir werden daran nicht teilnehmen", sagte sie.

Viele "Gelbwesten" werfen dem Staatschef eine Politik für die Reichen und die Missachtung der sozial Schwächeren vor. Unter dem Druck der Proteste beschloss Macron eine Reihe von Reformen und leitete eine nationale Debatte ein, um mit den Bürgern über ihre Forderungen zu diskutieren. Während diese Zugeständnisse vielen "Gelbwesten" nicht reichen, macht sich drei Monate nach Beginn der Bewegung eine gewisse Müdigkeit breit.

Erstmals wünscht sich laut einer Umfrage von Elabe eine Mehrheit von 56 Prozent der Franzosen ein Ende der Proteste. Zudem geht die Zahl der Demonstranten laut Polizei zurück: So nahmen vergangene Woche landesweit nur noch 51.400 Menschen an den Protesten teil. An diesem Samstag kamen in Straßburg laut Polizei 110 "Gelbwesten" zusammen, während sich in Nizza etwa 50 Demonstranten im Stadtzentrum versammelten.

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