Grasser-Prozes: Ex-ÖVP-Bautensprecher Grossruck als Zeuge

Der 86. Tag im Untreue-Prozess gegen Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser und andere begann am Mittwoch mit einem Kurzauftritt des seinerzeitigen ÖVP-Bautensprechers Wolfgang Grossruck. Der ÖVP-Vorsitzende im Bautenausschuss des Parlaments konnte kaum etwas zur angeklagten Causa Buwog sagen, er habe sich primär auf seinen Job als Bürgermeister von Grieskirchen (OÖ) konzentriert.

Zur Vergabekommission bei der Privatisierung der Bundeswohnungen, zur Rolle des Finanzministeriums und der Beraterfirma Lehman Brothers habe er kaum Wahrnehmungen. Dass sein Gegenüber in der ÖVP/FPÖ-Regierung, FPÖ-Wohnbausprecher Detlev Neudeck, mehr eingebunden war, liege daran, dass er ein Fachmann für den Bautenbereich sei - was bei ihm, Grossruck, nicht der Fall sei.

Und er gab einen Einblick in das freie Mandat im Parlament. Wenn man den Usus kenne, dann wisse man, dass sich die Abgeordneten der Regierungspartei darauf verlassen, dass die Handlungen der Regierung "Hand und Fuß haben".

Dass er mit dem Zweitangeklagten Walter Meischberger per Du ist, erklärte Grossruck heute im Großen Schwurgerichtssaal des Wiener Straflandesgerichts damit, dass dies üblich ist im Nationalrat. "Bruderschaft getrunken haben wir nicht", so Grossruck zu Richterin Marion Hohenecker. Meischberger habe er als Berater in der Causa Buwog nicht wahrgenommen.

Als nächster Zeuge ist am Mittwochnachmittag Josef Aicher, Vorsitzender der Bundesvergabekommission, als Zeuge geladen.

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