APA - Austria Presse Agentur

Stadt Wien rät dringend zur Grippe-Impfung

Die jährliche Grippewelle wird wohl auch heuer keinen Bogen um Wien machen. Deshalb rät die Stadt nachdrücklich, sich gegen das Virus impfen zu lassen. Denn die Impfung schütze nicht nur vor schweren Verläufen, sondern verringere zudem das Risiko bedrohlicher, mitunter sogar tödlicher Begleitkomplikationen, hieß es am Montag. Die Spitäler rüsten sich bereits für die Grippepatienten.

Die Influenza-Impfung sei gänzlich harmlos und ungefährlich, versicherte Michael Binder, Medizinischer Direktor des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), bei einer Pressekonferenz. Man könne auch von einer Grippeimpfung keine Grippe bekommen, räumte er mit immer wieder herumschwirrenden Falschinformationen auf. Und für alle Altersgruppen sei der Schutz anwendbar - vom Säugling bis zum Hochbetagten.

Laut Ursula Karnthaler vom städtischen Gesundheitsdienst (MA 15) sind die Österreicher in Sachen Grippe generell Impfmuffel. In Wien liege die Impfungsrate unter zehn Prozent. Besonders ältere Personen und Menschen mit chronischen Erkrankungen wird der jährliche Nadelstich dringend ans Herz gelegt. Denn für sie kann die Influenza besonders gefährlich werden, weil dadurch ohnehin schon geschwächte Organsysteme bedroht seien.

"Die zusätzlichen Komplikationen im Zusammenhang mit Grippe reichen von Bewusstlosigkeit über Herzinfarkt und Schlaganfall bis Muskelzerfall", warnte Christoph Wenisch, Abteilungsvorstand für Infektions- und Tropenmedizin im Kaiser-Franz-Josef-Spital. So gelte etwa für Menschen mit Herzproblemen im Fall einer Grippeerkrankung ein sechsfaches Herzinfarktrisiko. "Das gilt auch für den Schlaganfall", verwies Weninger auf jüngste Studien. Und für Personen mit Lungenproblemen können Schimmelsporen, wie sie mitunter auf verdorbenen Lebensmitteln oder auf Fliesenfugen im Badezimmer auftreten können, zur lebensgefährlichen Bedrohung werden, weil sie gewissermaßen Schimmelpilz innerhalb des Organs auslösen können. Betreuungs- oder Pflegepersonal sollte sich ebenfalls schützen, um nicht Patienten und Klienten anzustecken.

Die echte Grippe ist freilich nicht mit - deutlich harmloseren grippeähnlichen - Erkrankungen mit Schnupfen, Husten und Heiserkeit zu verwechseln. Typische Symptome sind bei Männern vor allem Schüttelfrost, bei Frauen ein allgemeines Krankheitsgefühl und Übelkeit. Ältere Personen leiden zudem oft an kognitiven Beeinträchtigungen, erklärte Weninger.

Die Schutzimpfung - sie wirkt nach rund eineinhalb bis zwei Wochen nach Verabreichung - kann man sich bei niedergelassenen Ärzten, in Gesundheitszentren der Wiener Gebietskrankenkasse, bei der MA 15 oder in vielen Fällen auch beim Betriebsarzt verabreichen lassen. Peter Voitl von der Wiener Ärztekammer betonte, dass man zwecks besserer Kinderversorgung an Wochenenden je einen Notdienst im AKH und im Kaiser-Franz-Josef-Spital anbiete und zusätzlich drei Kinderarztordinationen geöffnet hätten. Über geöffnete Praxen und Apotheken informiert auch das Gesundheitstelefon 1450, ergänzte Barbara Hörnlein, ärztliche Leiterin bei der WGKK.

Die meisten Influenza-Fälle seien sehr gut zu Hause behandelbar, hieß es. Trotzdem kommt es jährlich zu zahlreichen stationären Aufnahmen. Damit die Spitäler nicht überfordert sind, habe man einen Stufenplan ausgearbeitet, so Binder. Diesem folgend werden dann bestimmte Stationen für Grippepatienten reserviert. Zu einem Anstieg der Gangbetten sollte es dadurch nicht kommen, versprach der KAV-Direktor.

Ausgerufen wird eine Grippewelle normalerweise ab 10.000 Erkrankten in Wien. Der Verlauf dauert dann im Normalfall sechs bis acht Wochen. Eine Epidemie schaut aber von Jahr zu Jahr anders aus. 2016/17 war etwa der Höhepunkt schon zum Jahreswechsel erreicht, im Vorjahr erst Ende Jänner und mit einem deutlich langsameren Rückgang.

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