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03/21/2019

Tourismusministerium legte neuen Strategieplan "Plan T" vor

Am Donnerstagabend hat Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) in Salzburg ihren "Masterplan für Tourismus" - kurz "Plan T" - vorgestellt. Rund 500 Branchenvertreter und Experten haben gut ein Jahr lang an dem Leitbild mitgearbeitet, das einem ehrgeizigen Ziel untersteht: Die Position Österreichs als eine der führenden Tourismusdestinationen in der Welt zu halten und weiter auszubauen.

Das Strategie-Papier steht unter dem Leitmotiv "Nachhaltigkeit", und das - so der Anspruch des Plans - in all ihren Facetten. Nicht nur die Wünsche des Gastes, auch die Bedürfnisse der Unternehmer, der Mitarbeiter, der heimischen Bevölkerung und der Umwelt sollen in Zukunft beachtet werden. Der "Plan T" identifiziert dabei zahlreiche aktuelle Probleme der Branche - etwa die Herausforderungen durch die Digitalisierung, den Klimawandel und die Umweltbelastung durch die An- und Abreise der Gäste, viel dringlicher aber noch das schlechte Image der Branche als Arbeitgeber und den Fachkräftemangel.

Ein großer Schwerpunkt der neuen Tourismusstrategie liegt auf Vereinfachungen für die traditionell eher kleinen Betriebe im Land. So sollen Auflagen und Bürokratie für Beherbergungsbetriebe reduziert werden. Parallel werden eine geringere Steuerbelastung und Erleichterungen bei Betriebsübergaben angestrebt.

Probleme bei der Kreditbeschaffung (bedingt durch die häufig niedrigen Eigenmittelquoten) soll mit neuen Finanzierungsformen begegnet werden, etwa indem die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) mit sogenannten "Impuls Calls" neue Projekte fördert. In einem ersten Schritt ist das etwa für den Bereich Landgastronomie vorgesehen.

Der gemeinsam mit den Bundesländern und der Wirtschaftskammer erarbeitete Masterplan wird durch einen jährlichen Aktionsplan ergänzt, der konkrete Umsetzungsschritte beinhaltet und weitgehend aus dem laufenden Budget finanziert wird: Für 2019/2020 ist etwa eine strategische Neuausrichtung der Österreich Werbung vorgesehen. Zugleich will Köstinger in den nächsten Wochen einen "Sharing Economy-Gifpel" einberufen: Wie die Ministerin heute sagte, strebt sie etwa eine vorzeitige Umsetzung der E-Commerce-Richtlinie an, damit Plattformen wie Airbnb Daten der Vermieter preisgeben. "Ich möchte diesen Schritt so gut wie möglich mit den Bundesländern koordinieren, um keinen Fleckerlteppich an Lösungen zu bekommen."

Durch den "Plan T" zieht sich auch eine stärkere Vernetzung von Tourismus und Landwirtschaft, etwa durch die Positionierung Österreichs als Kulinarik-Destination mit regionalen Produkten. Und es ist ein klares Ziel der Tourismusstrategie, die Attraktivität von Arbeit in der Branche zu erhöhen, weil die Suche nach Personal immer schwieriger wird.

WKÖ-Tourismus-Obfrau Petra Nocker-Schwarzenbacher forderte bei der Präsentation des "Plan T", die Rot-Weiß-Rot-Card tourismustauglicher zu machen. Anfang Jänner habe man gerade einmal sieben genehmigte Fachkräfte für Österreich registriert, die Zahl dürfte seither nicht dramatisch gestiegen sein. "Der Zugang ist zu schwer. Trotz guter Qualifikation bekommen wir die Leute nicht her." Zugleich müsse man mehr tun, um die Rahmenbedingungen im Tourismus zu verbessern, etwa durch attraktive Ausbildungsangebote oder gute Mitarbeiterunterkünfte.

Generell sollten auch die Leistungen und Vorzüge des Tourismus stärker sichtbar gemacht werden, sagte Nocker-Schwarzenbacher. Das sei auch in Zeiten von "Overtourism" sinnvoll. "Die Bedürfnisse der Einheimischen dürfen den touristischen Interessen nicht gänzlich untergeordnet werden." Aber es müsse auch kommuniziert werden, das Einheimische von regionaler Infrastruktur profitieren, die es ohne Tourismus nicht gäbe.

Der "Plan T" will in Zukunft touristischen Erfolg übrigens nicht mehr nur in Nächtigungszahlen und Ankünften messen. "Das ist viel zu eindimensional und sagt nichts darüber aus, wie es dem Tourismus wirklich geht", erklärte Köstinger. Darum sollen ab sofort auf einem sogenannten Tourismus-Satellitenkonto Wertschöpfungs- und Beschäftigungseffekte errechnet werden, die - gemeinsam mit eine Reihe anderer Indikatoren - für die Messung herangezogen werden.

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