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14.12.2018

Unzerstörbarer Svindal in Gröden wieder obenauf

Auch eine mit Metall gebändigte Daumenverletzung kann Aksel Lund Svindal nicht vom Siegen abhalten. Der 35-jährige Ski-Star gewann am Freitag zum fünften Mal nach 2009, 2012, 2013 und 2015 den Super-G in Gröden und stellte damit die Dominanz der Norweger am Südtiroler Speed-Schauplatz wieder her. Dabei hatte er sich noch vor ein paar Monaten Gedanken über einen möglichen Rücktritt gemacht.

Im Jänner 2016 hatte sich Svindal bei einem Sturz in der Hahnenkamm-Abfahrt einen Kreuzband- und Meniskusriss zugezogen. Seit damals macht das rechte Knie mehr oder weniger heftige Probleme. Erschwerend hinzu kamen ein Knorpelschaden und eine weitere Operation, das Gelenk schwoll bei Belastung immer wieder massiv an.

"Vor der Saison habe ich nicht gewusst, ob ich weiterfahre", erzählte Svindal in St. Christina, dass er auch schon daran denken müsse, nach der Karriere halbwegs schmerzfrei durch den Alltag zu kommen. "Aber ich habe eine gute Vorbereitung gehabt dann beim Training in Chile." In Südamerika habe der Speed-Gigant zwar nicht die gleichen Umfänge geschafft wie seine norwegischen Kollegen Kjetil Jansrud und Aleksander Aamodt Kilde, dennoch sei er konkurrenzfähig gewesen.

Also entschied sich Svindal zur Fortsetzung der Karriere, was ihn im November zum Training nach Copper Mountain im US-Bundesstaat Colorado führte. Dort zog er sich eine Bänderverletzung im linken Daumen zu, die operativ behandelt wurde. Vom Rennfahren - mit Schiene und Tapeverband - hielt ihn aber auch das nicht ab.

"Es ist viel besser. Er ist zwar komplett steif, weil Metall drin ist. Aber er ist nicht mehr so geschwollen", klärte Svindal in Gröden auf. Problematisch sei die fehlende Power in den Armen beim Starten. "Wir haben trainiert vor ein paar Tagen, dann haben wir eine Zwischenzeit nach sechs, sieben Sekunden gemacht, da habe ich gesehen, dass ich mit Skaten brutal weit hinten war. Also habe ich ein bisschen mit der Schiene und dem Tape herumprobiert, dass ich eine Lösung finde, mit der ich schieben kann."

Schmerzfrei sei er zwar nicht, das stehe aber im Hintergrund. "Das Problem ist, wenn du zu viel Tape machst, dann hast du nicht die Beweglichkeit", erklärte der offenbar bastlerisch veranlagte Svindal. "Es ist ganz einfach: Ich habe ziemlich viel von der Schiene weggeschnitten, sodass da nur Tape ist. Jetzt muss ich einfach mit den anderen Fingern brutal zupacken." Auch das Knie behindere ihn in diesem Winter weniger. "Es ist heuer viel besser als voriges Jahr", bestätigte er.

Svindal stellte mit seinem 36. Sieg im Ski-Weltcup am Freitag die Marke von Benjamin Raich ein. Damit rangieren die beiden nun ex aequo auf dem siebenten Platz der Bestenliste, die vom Schweden Ingemar Stenmark - 86 Siege - angeführt wird.

"Er war früher einer meiner Heros, wie ich in den Weltcup gekommen bin", sagte Svindal über den nicht einmal fünf Jahre älteren Österreicher. Als seine beiden anderen Helden bezeichnete er die Landsleute Lasse Kjus und Kjetil Andre Aamodt. Jansrud, eine andere norwegische Ski-Größe, stand in Gröden zum 50. Mal auf einem Weltcup-Podium.

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