APA - Austria Presse Agentur

Warum es immer noch Kindersoldaten gibt

Ein neuer Bericht der internationalen Kinderhilfsorganisation zeigt, wie Kinder in bewaffneten Konflikten rekrutiert werden.

Trotz weltweiter Ächtung werden weiterhin Kinder in bewaffneten Konflikten rekrutiert. "Wir haben festgestellt, dass ganz viele Kinder keine wirkliche Wahl haben. Man verspricht Ihnen Bildung, Schutz, eine Zukunft oder ein Einkommen für ihre Familien", sagte Andrew Hassett von World Vision anlässlich des "Internationalen Tages gegen den Einsatz von Kindersoldaten".

Die internationale Kinderhilfsorganisation veröffentlichte am Dienstag den aktuellen Bericht "No Choice; It takes a world to end the use of child soldiers", der zeigt, wie und warum Kinder immer noch in bewaffneten Konflikten rekrutiert werden oder sich eigenständig militanten Gruppen anschließen. In dem Report wird auch ausführlich dargestellt, was gegen die Rekrutierung getan werden muss. "Die künftigen Kindersoldaten werden mit Hoffnung und Zugehörigkeit angelockt. Sobald sie erst einmal involviert sind, ist die Flucht schwierig und mit Gefahren verbunden", sagte Hasset.

Warum sich Buben und Mädchen bewaffneten Gruppen anschließen, geschieht aufgrund verschiedener Faktoren: kein Zugang zu Bildung, Armut, Mangel an lebensnotwendigen Gütern wie Nahrung, anhaltende Unsicherheit und Vertreibung, Erwartungsdruck der Gemeinschaft, Zerrüttung der Familie oder Rachegedanken. Diese Faktoren unterscheiden sich je nach Kontext und Kind, auch Alter und Geschlecht spielen eine wichtige Rolle. Die Studie zeigt, dass es im Allgemeinen nicht nur einen Faktor gibt, der ein Kind zum Beitritt bringt, sondern ein Zusammenspiel aus mehreren.

"Es ist eine alarmierende Erkenntnis, dass wir in einer Welt leben, in der Kinder manchmal ihre besten Chancen im Leben sehen, wenn sie sich einer bewaffneten Gruppe anschließen. Diese Kinder wachsen quasi unsichtbar auf", so Hasset. "Aber wir sind überzeugt, dass dies nicht so sein muss. Unser Bericht zeigt auf, was Regierungen tun müssen, um zu verhindern, dass Kinder gezwungen werden, sich bewaffneten Gruppen anzuschließen. Wir hoffen, dass wir gemeinsam die Rekrutierung von Kindersoldaten beenden können. Und unsere Arbeit mit ehemaligen Kindersoldaten zeigt, dass es Hoffnung für die Kinder gibt, die in diese Situationen gezwungen wurden", sagte Hasset.

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