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Gastronom Bernd Schlacher: "Es geht uns immer noch saugut in Wien"

Schlacher hält wenig vom Krisengejammere, überlegt eine Klage gegen die Republik – und fordert Respekt für Kellner und Köche: „Mancherorts werden sie wie Leibeigene behandelt“.

Was Gastronom Bernd Schlacher in die Hand nimmt, das klappt. Für sein gastronomisches und unternehmerisches Gespür hat ihn der renommierte Restaurant- und Kulinarik Guide Falstaff ausgezeichnet. Der KURIER traf Schlacher an seiner jüngsten Wirkungsstätte – im Restaurant „Chez Bernard“ seines Hotel „Motto“ auf der Mariahilfer Straße – zum Gespräch.

KURIER: Falstaff hat Sie zum „Gastronomen des Jahres“ gekürt. Was bedeuten Ihnen derartige Auszeichnungen?

Bernd Schlacher: Das ist eine große Ehre. Aber es ist eine Folge dessen, was man in der Vergangenheit erreicht hat. Mir ist es wichtig, in die Zukunft zu blicken – und meine Betriebe wirtschaftlich so zu führen, dass meine Mitarbeiter einen fixen Job haben. Das sind Fragen, mit denen man sich seit der Krise noch mehr beschäftigt als früher.

Dass Sie während der Krise den Mut hatten, Ihr Hotel zu eröffnen, wurde anlässlich der Auszeichnung als „Zeichen des Aufbruchs“ gelobt. Ist der Aufbruch gelungen? Ja, der Aufbruch ist bei den Menschen angekommen. Und das ist wichtig so: Wenn wir in der Geschichte zurückblicken, sehen wir, dass es immer wieder Krisen gibt. Das Leben besteht aus Krisen. Sich da nur als Opfer zu sehen, hilft nicht. Man muss Probleme lösen – nicht jammern. Und wir dürfen eines nicht vergessen: Es geht uns immer noch saugut hier in Österreich.