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Vogelgrippe: In England werden Weihnachts-Truthähne und Eier knapp

Eine besonders ansteckende Variante der Seuche hat bereits die Hälfte der Freiland-Tiere getötet

Wenige Wochen noch bis Weihnachten und in Großbritannien wächst die Sorge um das traditionelle Weihnachtsessen: Den Truthahn. In ganz Europa sind in diesem Herbst wieder vermehrt Fälle von Vogelgrippe aufgetaucht, doch die Insel wird von einer besonders infektiösen Variante der Seuche heimgesucht.

600.000 verendet

Akut bedroht sind vor allem die Truthähne, und da vor allem die in Freilandhaltung. Wie die Londoner "Times"  berichtet, sind inzwischen mehr als die Hälfte aller Truthähne, die auf diese tierfreundliche Art gezüchtet werden, verendet, also rund 600.000. Doch auch die konventionellen Tierzüchter in Großbritannien hat die Vogelgrippe längst im Griff. Dort sind die Zahlen entsprechend höher, da ja viel mehr Tiere auf diese Weise gehalten werden. Hier mussten laut britischen Bauernverbänden 1,6 Millionen Tiere notgeschlachtet werden, um die Ausbreitung der Seuche zumindest zu verzögern. "Gerade die Freiland-Züchter sind besonders hart getroffen worden", meint ein Vertreter des Geflügelzüchterverbandes.

Eier rationiert

Auch bei den britischen Hühnern grassiert die Seuche und das seit Wochen. Hier sind die ersten Auswirkungen bereits spürbar - und sichtbar, in den Supermarktregalen. Viele Diskonter haben den Verkauf von Eiern bereits beschränkt. Nur noch zwei, manchmal drei Packungen dürfen in den Einkaufswagen liegen. Kontrolliert wird auch über die Rechnung. Etwa zehn Prozent der britischen Legehühner musste bereits wegen Vogelgrippe notgeschlachtet werden, rund 750.000.

Straße zu einer Hühnerfarm gesperrt - wegen Vogelgrippe

 

REUTERS/Peter Nicholls

Preisaufschläge

Nur eine von vielen Sorgen, die die von Krise und Inflation besonders hart getroffenen Briten in diesem Herbst haben. Schließlich sind Lebensmittel wie die Eier nicht nur knapp, sondern auch deutlich teurer geworden. Viele Supermärkte bedienen sich inzwischen bei ausländischen Anbietern, was die Bauernverbände auf den Plan ruft. Eier, etwa aus Italien, so deren Ansicht, seien in britischen Supermärkten einfach nicht akzeptabel. Am meisten Sorge aber, so die Branchenvertreter, müssten sich ihre Landsleute aber um ihren Weihnachts-Truthahn machen, vor allem wenn sie lieber ein Tier aus Freiland-Haltung verzehren würden: "Es wird ganz ganz knapp heuer."

 

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