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Wifo-Chef Felbermayr kritisiert "Kardinalfehler" bei Strompreisbremse

Der Chef des Wirtschaftsforschungsinstitutes, Gabriel Felbermayr, kritisiert die Strompreisbremse der Regierung. Manche Haushalte dürften überfördert werden, andere nicht ausreichend unterstützt.

Mit der Strompreisbremse wird allen Haushalten bis zur Marke von etwa 2.900 kWh Stromverbrauch nur zehn Cent pro kWh verrechnet, erst für den darüber hinausgehenden Verbrauch soll der marktübliche Preis gezahlt werden. Das soll eine Ersparnis von 400 bis 800 Euro bringen - und gleichzeitig auch zum Stromsparen anreizen, liegt die Grenze doch bei 80 Prozent des Durchschnittsverbrauchs eines österreichischen Haushaltes. 

So jedenfalls ist die Strompreisbremse ausgestaltet, die heute, Mittwoch, im Ministerrat beschlossen wird. 

Kritiker bezeichneten das österreichische Modell zuletzt als nicht besonders treffsicher, wird doch weder der individuelle Verbrauch noch die Haushaltsgröße einkalkuliert. Ein Mehr-Personenhaushalt erhält die gleiche Entlastung, wie ein Ein-Personenhaushalt.

Kritik kam am Dienstag nun auch vom "Ideengeber" zur Strompreisbremse selbst. Wifo-Chef Gabriel Felbermayr sieht in der Umsetzung "Licht und Schatten". 

"Kardinalfehler" in der Strompreisbremse

Im Wesentlichen würde der Vorschlag des Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) Eingang im Regierungsmodell finden. Und zwar insofern, als ein Teil des Strompreises subventioniert wird und nicht in den Markt eingegriffen werde, erklärt Felbermayr.

Alles über der Subventionsgrenze unterliegt dem Marktpreis, das sei wichtig, damit Sparanreize bleiben, so Felbermayr. Die Nicht-Berücksichtigung der Haushaltsgröße aber sei ein "Kardinalfehler", sagte Felbermayr im Ö1-Morgenjournal am Dienstag. Zudem liegt die Grenze mit 2.900 Kilowatt sehr hoch, weswegen Felbermayr vermutet, dass etwa die Hälfte der Haushalte den gesamten Strompreis subventioniert bekommen. Damit würde der Sparanreiz entfallen. 

Die soziale Treffsicherheit werde erhöht, sollte die als wahrscheinlich geltende Zusatzmaßnahme für Geringverdiener kommen, sagte Felbermayr. Dem Vernehmen nach sollen all jene rund 300.000 Menschen in Österreich, die aufgrund ihres geringen Einkommens von der GIS befreit sind, weitere 5 Cent pro Kilowatt erhalten.