APA - Austria Presse Agentur

"Aladdin": Guy Ritchie setzt auf familientauglichen Kitsch

"Aladdin" bietet reichlich Gelegenheit für nostalgische Gefühle. Ab Donnerstag im Kino.

Dieses Märchen aus Tausend und einer Nacht hat natürlich Charme: Ein ausgefuchster, liebenswürdiger Dieb, der unversehens in ein großes Abenteuer gerät; die schöne, aber starke Prinzessin, die nur zu gerne ihrem goldenen Käfig entfliehen möchte; und nicht zuletzt der blaue Dschinni, immer für einen Witz zu haben und ganz Kumpeltyp. 1992 ließ diese Mischung im animierten Abenteuer die Kinokassen ordentlich klingeln, es folgten zwei direkt auf Video veröffentlichte Fortsetzungen und eine Fernsehserie. Kein Wunder also, dass die Wunderlampe nun wieder auf der großen Leinwand auftaucht.

Um sie dreht sich schließlich alles: Der Sultan ist nach dem Tod seiner Frau um seine Tochter Jasmin (Naomi Scott) besorgt, diese mischt sich aber nur zu gern unters Volk und trifft dort auf den charismatischen Gauner Aladdin (Mena Massoud). Dieser weckt auch das Interesse des Großwesirs Dschafar (Marwan Kenzari), sucht er doch einen geschickten Burschen, der ihm die sagenumwobene Wunderlampe aus einer Schatzhöhle besorgen soll, um endlich die Macht über das Königreich zu erhalten. Wie es weitergeht, weiß man: Aladdin selbst befreit Dschinni aus der Lampe, kehrt als vermeintlicher Prinz in die Stadt zurück und wirbt um die Prinzessin.


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Stünde eingangs nicht sein Name, nichts ließe darauf schließen, dass es sich bei dieser zweistündigen Märcheneinheit um einen Film von Guy Ritchie handelt. Der Brite, der spätestens mit seinen "Sherlock Holmes"-Interpretationen im Mainstream angekommen ist, lässt seine eigene Handschrift komplett vermissen und liefert stattdessen ein kunterbuntes, sehr tanz- und gesangsintensives Musical ab. Herzschmerz und familientauglicher Witz geben sich die Hand, Aladdins triumphaler Einzug ist eine Farb- und Klangexplosion und über allem thront Will Smith als (beinahe) stets grinsender Dschinni.

Als der erste Trailer mit seinem blauen Konterfei veröffentlicht wurde, ließen gehässige Onlinekommentare nicht lange auf sich warten. Man muss aber zugeben: Smith macht seine Sache nicht schlecht. Dabei ist es egal, ob er mittels Motion-Capture-Technik als blauer Riese auf seinen verdutzten Meister Aladdin blickt oder sich selbst ein menschliches, aber nicht minder auf Komik gebürstetes Antlitz verpasst, um nicht aufzufallen. 

Unterfüttert wird die optische Überwältigungsmaschine mit reichlich humanistischen Botschaften. Alle drei Hauptcharaktere, Aladdin, Jasmin und Dschafar, haben schließlich damit zu kämpfen, dass ihnen stets ihr vermeintlicher Platz zugewiesen wird und sie niedergehalten werden. Nur geht das Trio letztlich damit höchst unterschiedlich um. 

Im Endeffekt bleibt "Aladdin" aber genau das, was schon der Zeichentrickfilm war: Kurzweilige Unterhaltung für die ganze Familie, die sich angenehm zeitlos annimmt und auf die beinahe schon obligatorische Tempobolzerei im Hollywoodkino größtenteils verzichtet.

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