APA - Austria Presse Agentur

"Amazing Grace" und Aretha Franklins verpasste Filmkarriere

Soul-Queen Aretha Franklin hat bis zu ihrem Tod 2018 das Entstehen eines Films um die Aufnahme ihres legendären Albums "Amazing Grace" kaum beachtet. Zur 69. Berlinale läuft der erst fast vier Jahrzehnte nach dem Konzert 1972 realisierte Film außer Konkurrenz.

"Franklin hatte zu dem Zeitpunkt einen Filmvertrag und wollte ein Filmstar werden", sagte der Macher des Projektes, der Komponist Alan Elliott, am Freitag in Berlin. Es gab bereits Barbra Streisand ("Funny Girl"), dann sei noch Diana Ross ("Lady Sings the Blues") gekommen. Elliott sieht darin den Grund für enttäuschte Erwartungen und eine verpasste (Film-)Karriere. "Franklin wollte nicht mit mir über den Film reden", berichtete Elliott.

Der Film um die Aufnahme zu "Amazing Grace" trägt aus seiner Sicht eine positive Botschaft in den heutigen US-Alltag. "Da ist viel Hoffnung in dem Film", sagte Elliott. "Das ist kein Film, den man machen kann, ohne etwas zu fühlen." Alles sei geprägt vom gegenseitigen Vertrauen der Agierenden. Elliott realisierte den Film mit Aufnahmen von US-Regisseur Sydney Pollack, der das Konzert 1972 in Los Angeles aufgezeichnet hat.

Die Live-Aufnahmen aus der New Temple Missionary Baptist Church im von Schwarzen geprägten South-LA haben auch eine Überraschung parat: Eine verwackelte Aufnahme quer durch die Kirche zeigt in der letzten Reihe einen tanzenden Mick Jagger, den damals nicht mal 30-jährigen Leadsänger der Rolling Stones. "Jagger hat viel von der schwarzen Musik gelernt", sagte Produzent Joe Boyd, der auch bei den Aufnahmen dabei war. Vermutlich sei Jagger von einem seiner damaligen Musiker auf das Konzert aufmerksam gemacht worden.

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