APA - Austria Presse Agentur

Annett Louisan kommt für drei Konzerte nach Österreich

Bei Auftritten von Annett Louisan stehen Texte und deren Darbietung im Mittelpunkt, nicht Glamour und Bühnenshow. "Ich bin fast ein bisschen der Anti-Star", lachte die Sängerin im APA-Interview. "Das ist toll, zu spüren, dass es wirklich um die Musik geht. Ich werde auch viel öfter an der Straße an meiner Stimme erkannt als an meiner Optik." Im Herbst gastiert Louisan dreimal in Österreich.

Es hat sich zuletzt viel verändert bei der Künstlerin, die vor 15 Jahren mit dem Album "Boheme" und der Single "Das Spiel" durchstartete. "Ja, ich bin 40 geworden und Mutter", erzählte die "Stimme des deutschsprachigen Chansons", wie sie oft bezeichnet wird. "Die letzten Jahre waren ganz speziell für mich. Ich bin daher froh, dass ich mir mit meinen neuen Album Zeit gelassen habe. Die Fragen, die ich mir am Anfang stellte, konnte ich mir am Ende beantworten und Lieder daraus machen. Damit habe ich einen Lebensabschnitt abgerundet."

"Kleine große Liebe" heißt das kürzlich erschienene Doppelalbum, das erste seit fünf Jahren mit eigenen Songs, unterteilt in "Kleine Liebe" und "Große Liebe". Dazwischen brachte Louisan eine CD mit Coverversionen heraus. "Das hatte durchaus etwas mit einer Suche zu tun", sagte die 42-Jährige. "Mitte 2015 habe ich eine Tourpause eingelegt. Ich wollte einen Cut machen, einen Gang runterschalten, um auch mal zurückblicken zu können - und um dann wieder in die Zukunft zu schauen. Das Coveralbum war eine Zwischenstation, da hatte ich die 'Große Liebe' schon geschrieben. Manchmal muss man raus und ausprobieren, um wieder nach Hause kommen zu können."

Die Babypause habe ihr gut getan, betonte Lousian. "Mein Mann und ich sind seit fast zehn Jahren ein Paar. Meine Tochter war ein Wunschkind. Ich hatte nicht mehr das Gefühl, etwas zu verpassen. Deshalb habe ich das alles von vorne bis hinten genossen - auch die Schwangerschaft. Nach einem Jahr begann ich dann mit meinem Produzenten, das Material, das vor der Pause entstanden war, zu sichten. Ich hab mir dabei Zeit gelassen, weil ich wusste, dass es eh wieder irgendwann richtig losgeht."

Die Bezeichnung "Anti-Star" mag ein wenig übertrieben und nicht ganz ernst gemeint sein, aber die Lieder von Annett Louisan unterscheideen sich doch in einem von "normalen Popsongs", wie sie es formulierte: "Man kann in meine Lieder nicht mittendrin reinhören." Denn schließlich erzählen ihre Stücke ja Geschichten. "Doch ich glaube, dass es ein Bedürfnis gibt, auch in der heutigen Zeit der zusammengestellten Playlisten, Alben zu hören. Inhalte spielen immer noch eine Rolle, gerade in einer solch schnelllebigen Zeit wie jetzt", betonte Louisan.

Und auch ein bisschen gegen den Strom der politischen Korrektheit zu schwimmen, gehört zu Annett Loiusan: "Ich bin ein harmoniebedürftiger Mensch. Ich habe aber keine Lust, eine heile Welt zu zeichnen. Mich nervt es enorm, dass man die Ambivalenzen an Menschen und am Leben vollkommen wegstreicht, aus dem Wunsch heraus, Gutes zu tun. Kriminelles muss immer bestraft werden, aber es gibt doch zu jedem Hellen eine dunkle Seite. Das steckt in uns - und je mehr wir das verbergen, desto unehrlicher wird es."

Annett Louisan tritt am 31. Oktober in der Wiener Stadthalle F, am 1. November im Salzburger Congresshaus und am 3. April 2020 im Brucknerhaus Linz auf.

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