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Das einzig wahre Onlinedating-Wörterbuch für 2019

Orbiting, Breadcrumbing, Curving und Instagrandstanding: Diese neuen Tinder-Vokabeln solltest du dir merken.

Für dich ausgesucht

Dating-Apps sind eine Erfindung des Teufels und ausnahmslos alle Begriffe, die das Tinder-Zeitalter mit sich gebracht hat, sind ein einziger, niemals endender Albtraum, der gleichzeitig als Freifahrtschein für asoziale Verhaltensmuster zu fungieren scheint. Seitdem "Ghosting" unseren Sprachgebrauch wie im Flug erobert hat, scheint das Tor zur Anglizismen-Hölle geöffneter denn je – und weil man dabei schnell den Überblick verliert, waren wir so frei, an dieser Stelle alle "Dating-Trends", mit denen wir dieses Jahr klarkommen müssen, aufzulisten. Gute Fahrt!

Breadcrumbing

Wie der Name bereits verrät, beschreibt Breadcrumbing oder Brotkrümlerei das sprichwörtliche Streuen von Brotkrumen – nur, dass statt tatsächlichen Brotkrumen lieber sporadisch flirty Nachrichten in deine Richtung gestreut werden. BrotkrümlerInnen machen das gerade oft genug, um dein Interesse an ihnen aufrecht zu erhalten, aber eben nicht oft genug, um tatsächlichen Fortschritt in eurer Beziehung zu erreichen. Und ja, in Wahrheit ist es nichts anderes als ein fancy Anglizismus für Warmhalterei. Es ist grausam.

Curving

Diese Form der Abfuhr ist eine der gemeinsten, weil sie nicht sofort als solche erkennbar ist: Beim Curving bekommst du den sanftesten Korb deines Lebens, indem dein Gegenüber dich über einen sehr langen Zeitraum mit Nachrichten wie "Gerade viel Stress an der Uni, aber nächste Woche gern" vertröstet, nur, um dich kurz vor eurem geplanten Treffen wieder zu versetzen. Ihr merkt: KurvenfahrerInnen sind nichts für schwache Nerven.

Caspering

Diese Methode hat ihren Namenspatron nicht umsonst in Casper, dem freundlichen Geist, gefunden: Es handelt sich dabei um eine freundliche Variante des inzwischen allseits bekannten Ghosting-Musters, bei dem der Kontakt zum Gegenüber vollständig abgebrochen wird – ohne Erklärung. Dieser Part ist beim Caspering jedoch enthalten: Ein klassischer Casper liefert auf respektvolle Art und Weise Gründe dafür, warum es mit der Beziehung nicht klappen wird, und vertschüsst sich erst danach in feinster Geister-Manier.

Grande-ing

Dieses positiv konnotierte Dating-Phänomen haben wir – wie könnte es auch anders sein – der ehrenvollsten Donut-Leckerin der Welt, nämlich Ariana Grande, zu verdanken. Inspiriert von ihrem Song "thank u, next" beschreibt Grande-ing die Praxis, einer verflossenen Liebe mit Dankbarkeit und Respekt zu begegnen, anstatt in Frust und Rachegedanken zu versinken. Danke für alles, Ari.

Instagrandstanding

Hier wird es etwas komplizierter: Instagrandstanding bezeichnet ein unter Millennials offenbar sehr geläufiges Verhalten, bei dem das eigene Instagram-Profil gezielt so gestaltet wird, dass es einem möglichen Gspusi eventuell gut gefallen könnte. Wenn du also schon mal ein Foto gepostet hast, mit dem Gedanken, dass eine Tinder-Bekanntschaft darauf reagieren könnte, bist du schuldig im Sinne der Instagrandstanding-Anklage.

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Kittenfishing

Dass Catfishing das Vorgaukeln einer falschen Identität bedeutet, sollten inzwischen alle wissen. Bei dieser verniedlichten Form hingegen wird das eigene Dating-Profil mithilfe von Halbwahrheiten und Face-Filtern bis in die Unkenntlichkeit gepimpt, sodass man beim ersten Date zwingend daherkommt wie ein Sackerl heiße Luft. Kampf der Kätzchenfischerei!

Orbiting

Orbiting beschreibt eine abgeschwächte und gerade deshalb umso verstörendere Variante von Ghosting. Während die andere Person beim Ghosting ohne Erklärung den Kontakt abbricht, beschreibt Orbiting ein Verhalten, bei dem dieselbe Person aus unerfindlichen Gründen trotzdem noch im Orbit der/des Geghosteten abhängt. Konkret bedeutet das: Er/sie schreibt zwar nicht mehr zurück, schaut aber dennoch weiterhin fleißig deine Instagram-Storys.

Stashing

Wenn dich deine neue Flamme auch nach Monaten der Buhlerei nicht mindestens einmal auf Instagram verlinkt, geschweige denn irgendwelchen Freunden vorstellt, wirst du höchstwahrscheinlich gestasht. Sorry, das sind nun mal die Regeln. Vergiss niemals, dass dieses Verhalten nicht deine Schuld ist, Stasher sind einfach nur emotional nicht verfügbar – und ganz nebenbei bemerkt das Letzte.

Zombieing

Hat sich dein Match nach monatelanger Funkstille, die du vorschnell als Ghosting gedeutet hast, wie aus dem Nichts wieder bei dir gemeldet? Lautete die Nachricht ungefähr "Hey Sorry, sehe das gerade jetzt erst..."? Herzlichen Glückwunsch – das ist nämlich kein Geist, das ist ein gottverdammter Zombie.

Submarining

Aufgepasst: Der kleine aber feine Unterschied zwischen Submarining und Zombieing ist der: Ein Zombie liefert dir eine als Erklärung getarnte Ausrede dafür, warum er sich jetzt erst wieder bei dir meldet. Ein U-Boot hingegen besitzt die Dreistigkeit, so zu tun, als wäre nichts passiert und antwortet auch nach sechs Monaten mit einem hingerotzten "Gut, und dir?"

You-Turning

Dieses Phänomen bezieht sich auf den englischen U-Turn, einer 180-Grad-Wende. Beim You-Turning findet man einen Menschen zunächst total super, redet sich vielleicht sogar eine Art Schwärmerei ein, ehe man es sich aus unerfindlichen Gründen anders überlegt und plötzlich nichts mehr von der Person will. Das ist der Punkt, an dem ein sogenannter You-Turn eingelegt wird – sehr zum Leidwesen der/des Betroffenen. Merke: Vermeide einen You-Turn, so gut es geht.