Matt Collamer via Unsplash

Ein YouTuber wurde verurteilt, weil er einen Obdachlosen bloßgestellt hat

Er hat dem Mann Oreo-Kekse geschenkt – und vorher die Cremefüllung durch Zahnpasta ausgetauscht.

Einen besonders fragwürdigen Arschloch-Prank hat sich der YouTuber ReSet im Jahr 2017 einfallen lassen: Er hat sich dabei gefilmt, wie er einem obdachlosen Menschen in Barcelona eine Packung Oreo-Kekse und 20 Euro gibt. Die Creme der Kekse hatte er zuvor durch Zahnpasta ausgetauscht, weshalb sich der Mann sofort übergeben musste. In dem Video sagte der YouTuber: “Das wird ihm helfen, seine Zähne zu putzen. Ich glaube, er hat sie nicht mehr geputzt, seitdem er arm geworden ist.” Damals hatte ReSet 1,2 Millionen Follower.

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Nun wurde er laut Medienberichten von einer Richterin zu 15 Monaten Haftstrafe verurteilt – ob er tatsächlich ins Gefängnis muss, ist dennoch fraglich. Menschen, die in Spanien zum ersten Mal straffällig werden, müssen eine solch verhältnismäßig kurze Haftstrafe für gewaltfreie Verbrechen oftmals nicht antreten. Dem YouTuber wird vorgeworfen, die moralische Integrität des obdachlosen Mannes verletzt zu haben – außerdem wird er fünf Jahre lang von YouTube verbannt und muss seinem Opfer 20.000 Euro zahlen.

Mit dem Video soll der YouTuber laut der Richterin etwa 2000 Euro verdient haben – und es soll nicht das erste Mal gewesen sein, dass er “grausames Verhalten” gegenüber “leichten oder verletzlichen Opfern” gezeigt haben soll, wie es in der Urteilsbegründung heißt. ReSet selbst findet, dass es sich bei seinem Video um einen schlechten Scherz gehandelt habe. Nachdem Kritik laut wurde, hatte er das Video gelöscht und der Tochter des obdachlosen Mannes 300 Euro gezahlt, um eine Klage zu verhindern.

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