APA - Austria Presse Agentur

John Legend beklagt die Musikindustrie: Bei R. Kelly wurde zu lange weggeschaut

Nach der Anklage gegen R. Kelly wegen sexuellen Missbrauchs hat Sänger John Legend die Musikindustrie für ihr Schweigen kritisiert.

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"Wir haben zu lange weggeschaut", sagte Legend am Dienstag in der NBC-Show "Today". Viele Leute seien über Jahrzehnte hinweg verletzt worden. Mit der Doku-Serie "Surviving R. Kelly" hatten teils lange bekannte Missbrauchsvorwürfe gegen den Sänger an Schlagkraft gewonnen. "Ich bin so froh, dass die Dokumentation gedreht wurde. Ich bin froh, dass die Stimmen der Opfer gehört werden", sagte Legend, der in dem Film selbst zu Wort kommt.

 

Leichte Entscheidung für Legend

John Legend hat in der Vergangenheit immer wieder öffentlich gegen R. Kelly Stellung bezogen. Als die Dokumentation Anfang Jänner zum ersten Mal gezeigt wurde, schrieb er auf Twitter, dass es eine leichte Entscheidung für ihn gewesen sei, in der Dokumentation aufzutreten. "Ich glaube diesen Frauen und werde den Teufel tun, einen Serien-Kindervergewaltiger zu verteidigen."

 

Kelly war am Freitag vergangener Woche wegen sexuellen Missbrauchs in zehn Fällen über zwölf Jahre hinweg mit teils minderjährigen Opfern angeklagt worden. Vor Gericht plädierte er auf nicht schuldig. Er verbrachte das Wochenende im Gefängnis in Chicago und kam am Montag laut Medienberichten gegen Kaution frei. Videos zeigten R. Kelly, wie er in einer Winterjacke mit seinem Anwalt in einen schwarzen Van steigt. Zuvor war er in orangefarbener Häftlingsunform zur Anhörung erschienen. Wann ein möglicher Prozess beginnen könnte, ist unklar.

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