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Life
07.11.2018

Restaurant-Reservierungen via Internet liegen im Trend

Ein paar Klicks auf der Internetseite des Restaurants, schon ist der Tisch reserviert. Genauso einfach kann man sich Hotelzimmer oder einen Platz im Theater sichern. Spontane Besuche werden dadurch aber immer schwieriger - die Auswirkungen spüren nicht nur Konsumenten.

"Haben Sie reserviert?": Früher stellten diese Frage fast nur Kellner in exklusiven Restaurants oder bei großen Gruppen. Mittlerweile hören Gäste sie in vielen Lokalen. Aber nicht nur da, sondern auch bei Hotels oder Veranstaltungen können Kunden sich vorab ihr Zimmer oder ihren Sitzplatz sichern. Mit der Folge, dass manchmal mehr reserviert als am Ende tatsächlich in Anspruch genommen wird. Bekommen Konsumenten dadurch Probleme?

Gibt es tatsächlich einen Trend zu Reservierungen? "Ja natürlich, ganz klar", sagt Bernd Riegger, Geschäftsführer der Gastronomiekette Mitchells & Butlers. "Das ist wesentlich einfacher geworden durch das Internet." Das junge, internetaffine Stammpublikum der Gastro-Kette nutzt das Online-Reservierungssystem. Das schnelle einfache Reservieren führe aber auch zu häufigen "No-Shows", also Nichterscheinen trotz Tischbuchung. Oft passiert es aber auch, dass Leute am Mittwoch für den Sonntagsbrunch anrufen und mit sechs Personen kommen wollen. "Und da müssen wir sagen, wir sind ausgebucht. Aus Sicht des Gastes ist das schon ein Problem", erzählt Riegger.

Dennoch empfiehlt es sich nicht nur bei Sterne-Restaurants, sondern auch bei anderen beliebten Lokalen vorab einen Tisch zu bestellen.

"Man merkt ganz extrem, dass die Leute sehr, sehr frühzeitig reservieren" - vor allem sonntags und an Feiertagen etwa für den Frühstücksbrunch, erzählt Kenan Akin, Betriebsleiter des Münchner Restaurants " Neuhausen". Spontane Gäste haben bei ihm dennoch Chancen: "Es macht keinen Sinn, alles zu vergeben. Da verlieren wir die Laufkundschaft."

Auch Christine da Silva von der Münchner Kuffler-Gruppe, zu der Hotels und Restaurants gehören, sieht den Trend in der Gastronomie. Bei Hotels dagegen werde kurzfristiger gebucht als früher. "Die Auswahl an Hotels ist größer, die Leute lassen sich eher Zeit und gucken, ob sie ein Schnäppchen finden."

Marita Gottinger, Mitinhaberin des "Landhotels Gottinger" in Waldkirchen im Bayerischen Wald, beobachtet auch, dass Gäste kurzfristiger buchen. Es werde schnell gebucht, aber ebenso schnell storniert, wenn sich noch was Besseres oder Günstigeres findet.

Dass Urlauber mehrere Unterkünfte buchen, um sich erst kurzfristig zu entscheiden, kommt laut einer Umfrage des Branchenverbands Bitkom aber selten vor: 3,8 Prozent der Befragten bekannten sich 2018 zu diesem Verhalten, Frauen etwas häufiger als Männer.

Auch einschlägige Portale stellen den Trend zu immer mehr Reservierungen über das Internet fest. So vermittelte etwa Bookatable by Michelin nach eigenen Angaben allein im ersten Halbjahr 2018 im deutschsprachigen Raum 4,4 Millionen Gäste, das war ein Wachstum von 39 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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