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Life
03/20/2019

Schlagerstar und Truppen-Sweetheart Vera Lynn wird 102

"Es ist wichtig, körperlich und geistig aktiv zu bleiben", verriet Vera Lynn das Geheimnis ihres langen Lebens. Während des Zweiten Weltkriegs reiste die Sängerin um die Welt, um die Moral der britischen Soldaten aufrechtzuerhalten und wurde zum Star. Am 20. März stößt Vera Lynn im Kreis ihrer Familie mit einem Glas Sekt auf ihren 102. Geburtstag an. Malen, Gartenarbeit und Krimis halten sie jung.

Der spätere Weltstar wurde 1917 während des Ersten Weltkriegs im Londoner Vorort East Ham geboren und sang schon mit sieben Jahren in Freizeitvereinen für Arbeiter. Ihr Vater agierte dort als Zeremonienmeister und sagte in weißen Handschuhen die Tänze an. "Jeder behandelte mich mit Respekt und Höflichkeit", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Ich war mir sehr klar darüber, was ich wollte und wählte immer meine eigenen Songs aus."

Sie übte stundenlang, ihre Mutter begleitete sie auf dem Klavier: "Ich musste oft weinen aus Angst, die Songtexte in der Öffentlichkeit zu vergessen", erinnerte sie sich im "Guardian". "Aber Mum war fest entschlossen, mich auf die Bühne zu bringen und ich beklagte mich nie." Die Familie lebte von ihren Einkünften: "Es gab Wochenenden, an denen ich fast so viel verdiente wie Dad in einer Woche."

Mit 14 Jahren begann sie in einer Fabrik zu arbeiten – für einen Tag, denn sie war eine Niete im Nähen. Der Zweite Weltkrieg wurde zum Sprungbrett für ihre Karriere als sie "We"ll Meet Again" im September 1939 aufnahm. Es wurde ein Megahit. "Das perfekte Lied für die damalige Zeit - und es ist immer noch mein Favorit unter allen Liedern, die ich gesungen habe", verriet sie der "Daily Mail". "Alle hofften, sie würden ihren Schatz wiedersehen, wenn der Krieg vorbei und die Jungs wieder zu Hause waren."

Ab 1941 moderierte die Klempnertochter das BBC-Radioprogramm "Sincerely Yours" und verlas private Nachrichten an die Soldaten in der Ferne. Die Show brachte ihr nicht nur den Titel "Sweetheart" der Truppen, sondern auch viel Geld ein: Bereits nach einem Jahr verkaufte sie schon mehr Platten als der amerikanische Superstar Bing Crosby.

1944 reiste sie sogar in den burmesischen Dschungel – damals eine britische Kolonie –, in dem Briten erbittert gegen Japaner kämpften. Vera Lynn trat einen Steinwurf von der Front entfernt auf, stand auf der Ladefläche eines Jeeps mit Offiziershütchen und sang aus vollem Herzen, von einem bewaffneten Pianisten am klapprigen Klavier begleitet. Das Make-Up blieb bis auf den Lippenstift daheim, die Haare wusch sie im Eimer. "Wir hofften alle nur, dass uns keine Bombe treffen würde!" Damit verdiente sie sich den Respekt "ihrer Jungs" – bis heute hält sie die Verbindung mit den Veteranen dieser "vergessenen Armee" aufrecht.

"Sie brachten unglaubliche Opfer, egal ob es darum ging, ihre Angehörigen zurückzulassen oder ihr Leben für uns zu geben", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Ich fühlte immer eine besondere Verbindung zu ihnen."

Kurz nach der Befreiung der Konzentrationslager wurde sie nach Deutschland geschickt, um für die Truppen zu singen. "Sie zeigten mir die Öfen. Ich sah die Gaskammern. Sie waren wie eine Reihe von Garagen mit Stahltüren", erinnerte sie sich im "Telegraph". "Kein Vogel flog."

Sie war damals schon mit Harry Lewis verheiratet, einem Klarinettisten. Zwei Jahre hatten sie mit der Hochzeit gewartet, um ihrer Mutter Zeit zu geben, sich an den "armen, ungepflegten, unrasierten Musiker" zu gewöhnen. Fast 60 Jahre lang, bis zu seinem Tod, waren sie ein Paar.

Lynn machte eine kurze Bühnenpause, um ihre Tochter Virginia aufzuziehen - sie verdiente das Geld in der Familie, ihr Mann managte ihre Karriere. Mit "Auf Wiederseh"n Sweetheart" inszenierte sie ihr Comeback und schaffte es damit 1951 als erste Britin an die Spitze der amerikanischen Hitparaden.

Bis 1992 tourte sie in Deutschland, Australien, den USA. Dann wurden ihr die Reisen zu viel. Doch Vera Lynn war es nie satt, immer wieder dieselben Lieder zu singen wie "Die weißen Klippen von Dover", eine honigsüße Propagandaschnulze. "Ich weiß ja, wie viel sie den Menschen bedeuten." Anlässlich ihres 100. Geburtstag wurde ihr Bild auf die Klippen von Dover projiziert.

Inzwischen hat sie sich aus der Öffentlichkeit zurückgezogen und unterstützt Wohltätigkeitsveranstaltungen für Kriegsveteranen und behinderte Kinder nur noch aus der Ferne. "Ich nehme jeden Tag so, wie er kommt, und habe daher nicht viele Pläne für das kommende Jahr", verriet sie der Deutschen Presse-Agentur. "Ich werde einfach versuchen, jeden Moment zu genießen."

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