Warum 'Plötzlich Prinzessin' einen dritten Teil verdient

Eine Fortsetzung der genovischen Prinzessinnen-Saga ist tatsächlich in Arbeit – und das ist mehr als gut so.

Ein nervöses Raunen ging durch das Fernsehstudio, als Anne Hathaway unlängst in Andy Cohens Talkshow die Frage gestellt bekam, die uns allen seit Jahren auf den Nägeln brennt: Wo. Bleibt. Plötzlich. Prinzessin. Teil. Drei?

Ein möglicher dritter Teil der Filmreihe wurde bereits 2016 von Gary Marshall, der auch schon bei den ersten beiden Filmen Regie führte, bestätigt. Als Marshall allerdings noch im selben Jahr unerwartet verstarb, schien das Projekt beendet. Umso glücklicher waren wir, als Anne Hathaway schließlich die Antwort gab, die wir so dringend hören wollten: Ja – Plötzlich Prinzessin 3 ist in Planung.

Fakt: Plötzlich Prinzessin war ein Meilenstein der romantisch-komödiantischen Kinogeschichte. Der Film hat es 2001 irgendwie geschafft, sowohl Julie Andrews aus dem Ruhestand zu holen, als auch Anne Hathaway ihren großen Durchbruch zu verschaffen – und nebenbei eine ganze Generation über die Wichtigkeit gezupfter Augenbrauen zu unterrichten.

Beinahe 20 Jahre sind inzwischen vergangen, seit die patscherte Brillenschlange Mia Thermopolis dank einer Haarglättung zur Prinzessin von Genovien transformierte – ein europäischer Zwergstaat, dessen Hymne ebenso frei erfunden ist wie seine bloße Existenz, und dennoch bis heute in unseren Ohren nachklingt (Genovien / Land, das ich Heimat nenn'). Der Rest ist Geschichte – Geschichte, an die wir uns nur allzu gut erinnern.

Wir erinnern uns an die Feuerwehrstange, an der entlang Mia jeden Morgen aus ihrem Zimmer glitschte. Wir erinnern uns an ihre Künstler-Mutter, deren Kunst irgendwie nur daraus bestand, mit Dartpfeilen auf Farbluftballons zu werfen. Wir erinnern uns an Lilly Moscovitz, Mias vermeintliche beste Freundin, die rückblickend betrachtet nicht mehr als ein missgünstiger Knecht war. Wir erinnern uns an Mias fetten Kater Louie, der richtigerweise Fat Louie gerufen wurde. Wir erinnern uns an Mandy Moore und den perfiden "Lana wurde eisgekremt"-Sprechchor.

Wir erinnern uns an den epischen Matratzen-Surf im zweiten Teil, den Julie Andrews mit der Contenance einer wahren Königin hinter sich brachte. Wir erinnern uns an eine damals noch relativ unbekannte Sandra Oh in der Rolle von Schuldirektorin Gupta – und ihre inzwischen legendäre, oftmals wiederverwertete "The Queen is coming"-Zeile.

Wir erinnern uns an Paolo, den genovischen Hof-Stylisten, der Mias Busch-Brauen legitim "Frida" und "Kahlo" taufte und mit seiner blanken Präsenz bewies, dass Umstyling-Szenen einfach immer der beste Teil sind, egal wovon. Wir erinnern uns, wie Königin Clarisse Renaldi einen ehrfürchtigen Polizisten mithilfe einer ausgehängten Handbremse spontan in den Ritterstand des genovischen Rosenordens erhob, um so einen Strafzettel zu umgehen.

Wir erinnern uns sogar daran, dass der Schulchor unentwegt "Catch A Falling Star" probte und uns damit einen Ohrwurm für die Ewigkeit schenkte. Wir erinnern uns an die unumstrittene Weisheit, dass eine Königin niemals zu spät ist, alle anderen sind einfach zu früh. Und natürlich erinnern wir uns an den ewig währenden Robo-Dance, der in der finalen Szene des ersten Teils vom vergessenen Überhit "Miracles Happen" untermalt wird. Wie könnten wir auch nicht?

Generell ist die Filmmusik ein echtes Geschenk: Während die Songs des ersten Teils von Acts wie den Backstreet Boys oder Aaron Carter gesungen wurden, ist der Soundtrack zur Fortsetzung ein erstklassiges Nullerjahre-Mädchenrock-Fest: Avril Lavigne, P!nk, Lindsay Lohan – alle sind dabei. Insbesondere ist allerdings anzumerken, dass Plötzlich Prinzessin 2 die Geburtsstätte von Kelly Clarksons "Breakaway" ist und allein dafür streng genommen einen Oscar verdient hätte.

Die hochkarätige Besetzung, die nahezu perfekten Soundtracks, die schiere Anzahl ikonischer Szenen, die bis heute als GIFs weiterleben – all das ist Beweis genug dafür, dass Plötzlich Prinzessin, als eine der beliebtesten Rom-Com-Reihen unserer Generation, einen dritten Teil mehr als verdient hat. Bleibt zu hoffen, dass Fat Louie noch am Leben ist und Kelly Clarkson Zeit für eine neue Coming-of-Age-Hymne hat. Genovien, Genovien – für immer soll dein Banner weh'n!

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