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Septischer Schock durch Binde: Eine Frau berichtet auf Twitter

Eine Frau erzählt auf Twitter, dass sie durch eine Binde einen septischen Schock erlitten hat. Wir haben genauer nachgefragt.

Gleich mal vorweg: Wir geben in den folgenden Zeilen nur wieder, worüber eine Frau auf Twitter berichtet hat. Der Wahrheitsgehalt ihrer Geschichte kann ohne ärztlichen Befund natürlich nicht bezeugt werden.

Die Story von @amorgxn klingt ziemlich schockierend: Sie berichtet von einem septischen Schock, den eine gewöhnliche Binde eines bekannten Herstellers ausgelöst haben soll. Die Binde sei durch häufiges Drehen in der Nacht auf ihrem Po kleben geblieben und hätte dort einen Hautausschlag ausgelöst, der schließlich zu einem septischen Schock geführt haben soll.

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"Heute vor einem Jahr wachte ich mit einer Binde auf, die an meinem Hintern klebte, nachdem ich mich in der Nacht verdreht hatte", schrieb sie. "Dies verursachte am nächsten Tag einen Hautausschlag und nach einem Wochenende voller Schmerzen wurde ich mit nekrotisierender Fasziitis und einem septischem Schock ins Krankenhaus eingeliefert", berichtete die Frau, die zum Zeitpunkt des Vorfalls in einem Land in Afrika gewesen sein soll. 

Eine nekrotisierenden Fasziitis ist eine bakteriell bedingte, schwerstwiegende Infektion, die unmittelbar lebensbedrohlich ist. 

Bei einem septischen Schock befindet man sich ebenfalls in einem lebensgefährlichen Zustand. Im Endstadium einer Sepsis (Blutvergiftung) kommt es zu einem Blutdruckabfall. 

Frau behauptet, sie habe durch eine Binde septischen Schock erlitten

Die Frau berichtet in dem Twitter-Thread, dass sie unter anderem unter Atembeschwerden litt. Ihre Werte seien so schlecht gewesen, dass die ÄrztInnen geglaubt hätten, sie würde eine Notoperation nicht überleben. Schließlich hätten sich die Werte dann durch Bluttransfusionen und Medikamente soweit stabilisiert, dass das betroffene Gewebe im Po entfernt werden konnte. 

"Ich verbrachte insgesamt 10 Tage auf der Intensivstation und 7 Tage auf der regulären Station", berichtete sie weiter. Auch eine Nachfolgeoperation sei nötig gewesen, um das Gewebe komplett zu entfernen. 

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Binden mit Qualitätsunterschieden

"Ich habe viele Frauen in Afrika getroffen, die sich darüber beschwert haben, wie schrecklich die Binden sind", erklärte die Twitter-Userin weiter und beschwerte sich über den bekannten Markenhersteller. "Binden, die ich in Großbritannien seit 14 Jahren ohne Probleme verwendet habe. Ich werde diese Produkte nie wieder verwenden und ich rate allen Frauen in Afrika, dasselbe zu tun."

Auch andere NutzerInnen meldeten sich in den Kommentaren zu Wort. "Ich habe die Binden immer benutzt und dachte, mein stechender Juckreiz während der Periode sei normal, bis meine Freundin mir sagte, dass es nicht so sei. Ich habe aufgehört, sie zu benutzen, und es war in Ordnung", berichtete eine Userin.

Septischer Schock durch Binde? Das sagt die Dermatologin

Wir haben die Wiener Dermatologin Dr. Julia Lämmerhirt zu diesem Vorfall befragt. "Irritationen oder eine allergische Reaktionen auf Bestandteile des Klebers können möglich sein. Einen septischen Schock würde ich allerdings ausschließen", erklärt die Medizinerin. 

Dazu müssten Bakterien in die Blutbahn gelangen, was nur durch eine offene Wunde möglich sei, erklärt sie. "Durch eine Binde ist das sehr sehr unwahrscheinlich", fügt sie hinzu. Allerdings geht man hier von Binden aus, die in Österreich verkauft werden.

 

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Zwar könnten Bläschen durch eine Kontaktallergie entstehen, die nässen und jucken können, aber eine derartige Reaktion, wie sie auf Twitter beschrieben wurde, würde sich "langsam aufbauen". 

"Manche PatientInnen haben eine Allergie auf Pflaster", berichtet Dr. Lämmerhirt. Allerdings würden sich Reaktionen wie Ausschläge in Grenzen halten, sagt sie. 

Mit der Unterseite einer Binde solltet ihr normalerweise nicht in Berührung kommen. Solltet ihr dennoch Reaktionen zeigen, holt euch am besten sofort ärztlichen Rat ein.