Studie: Können Autoabgase Hirnschäden verursachen?

22 Kilometer Kolonne von Deutschland bis auf die Tauernautobahn
Der Stau tut nicht gut, weder unserer Psyche, noch unserem Hirn. Eine kanadische Studie warnt vor im Stau eingeatmeten Abgasen.

Egal ob an der Landesgrenze, an der Ein- oder Ausfahrt der Stadt, oder baustellenbedingt auch überall: Stau nervt nicht nur, er stresst uns sehr. Doch nicht nur unsere Psyche, sondern auch unser Hirn selbst scheint durch den Stau beeinträchtigt zu werden. Eine kanadische Studie, welche im Fachjournal "Environmental Health" veröffentlicht wurde, hat erstmals entdeckt, dass das Einatmen von Dieselabgasen die Funktionen bestimmter Hirnareale vermindert.

Weniger Leistung, mehr Depression

ForscherInnen beobachteten mittels Gehirnscan die Gehirne zweier Gruppen an ProbandInnen, welche in einem Labor entweder Dieselabgase oder gefilterte Luft eingeatmet haben. Besonderes Augenmerk lag der "University of British Columbia" zufolge auf eine Gruppe von Gehirnregionen, welche zusammen das "Default Mode Network" (DMN), also den Standby-Modus unseres Gehirns bilden. Diese Regionen waren im Vergleich, bei der den Gasen ausgesetzten Gruppe, nur vermindert aktiv.

Das Problem hierbei ist: Veränderungen in der Aktivität dieser Hirnareale werden mit Depression, Alzheimer und auch Schizophrenie in Verbindung gebracht. "Wir wissen, dass eine veränderte funktionelle Konnektivität im DMN mit einer verminderten kognitiven Leistung und Symptomen von Depressionen in Verbindung gebracht wird, daher ist es besorgniserregend, dass die Verkehrsverschmutzung dieselben Netzwerke unterbricht", erklärt die Hauptautorin der Studie, Jodie Gawryluk, Psychologieprofessorin an der Universität von Victoria.

Während kurze, vereinzelte Stauperioden keine ernsthaften Probleme verursachen dürften, mahnt die Studie zum Nachdenken. Besonders PendlerInnen, TaxifahrerInnen oder auch Stadtmenschen sind nicht selten den Abgasen hunderter Autos ausgesetzt – im schlechtesten Fall noch bei offenem Fenster. Deswegen raten die WissenschafterInnen auch dazu, die Luftfilter des Autos regelmäßig prüfen zu lassen, um den Kontakt mit den Abgasen weitestgehend zu minimieren.

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