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Was versteht man unter dem Begriff Patriarchat?

In Debatten über die Gleichstellung von Frauen fällt häufig der Begriff "Patriarchat". Das bezeichnet er.

Der Begriff "Patriarchat" stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie "Vaterherrschaft". Das weibliche Pendant dazu wird als "Matriarchat" bezeichnet, beschreibt also einen Rahmen, in dem die Mutter das Sagen hat. Im familiären Kontext ist der Begriff selbsterklärend. Doch was bedeutet "Patriarchat" in der Gesellschaftstheorie?

Hier bezeichnet er ein soziales Konstrukt, das von Männern geprägt wurde und männlich dominiert ist. Das betrifft vor allem hierarchische Geschlechterstrukturen unserer westlichen Welt und die damit verbundene Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens mit all seinen Folgen und Auswirkungen.

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Patriarchat und Feminismus

Die Macht des Patriarchats ist heute im Vergleich zu vergangenen Jahrhunderten merkbar geschwunden. Dennoch lässt sich in unserer Kultur in Bereichen wie Politik und Wirtschaft, dem Arbeitsmarkt oder Familienplanung immer noch seine Dominanz erkennen.

Auch puncto Gewalt an Frauen, deren oftmals sexualisierten Darstellung sowie bei geschlechterdiskriminierenden Strukturen wird das Patriarchat als verantwortliche Quelle genannt. Der Begriff ist damit durchaus negativ konnotiert, das Patriarchat folglich eine Instanz, gegen die es, speziell feministischen Gruppierungen zufolge, zu kämpfen gilt.

Vor allem RepräsentantInnen solch feministischer Bewegungen machen immer wieder auf die Dominanz des Patriarchats und die aus ihm resultierende Diskriminierung von Frauen und queeren Menschen aufmerksam. Doch auch Männer leiden unter patriarchalen Dogmen, etwa wenn man ihnen als Kindern erklärt hat, dass Männer beispielsweise nicht weinen oder keine Schwäche zeigen dürfen.