Pinkflation: Warum Frauen stärker von der Teuerung betroffen sind

Pinkflation: Warum Frauen stärker von der Teuerung betroffen sind
Frauen verdienen im Durchschnitt nicht nur weniger als Männer, auch ihre Produkte werden immer teurer.

Geht man heute in den Supermarkt und erledigt den wöchentlichen Einkauf, staunt man nicht schlecht. Der Preis wird deutlich höher ausfallen, als noch vor einem Jahr. Aber nicht nur Lebensmittel, sondern auch andere Güter des täglichen Bedarfs und Konsumgüter sind stark von der Teuerung betroffen: Beauty-Produkte, Kleidung, Elektronik, Hygiene-Produkte und anderes.

Frauen sind laut Studien stärker von der Inflation betroffen als Männer. Diese schlägt sich in Produkten, die verstärkt an Frauen vermarket werden, nieder. Das Ganze hat auch einen Namen: "Pinkflation". Aber weshalb ist das so? 

 

Pinkflation

Wie "Bloomberg" berichtet, ist das Phänomen der "Pinkflation" garantiert kein neues. Bereits 2007 sei die Inflation für Frauen wesentlich höher als die für Männer gewesen – ganze 18 Mal so hoch. Dies erklärt sich so, dass der Markt grob bei Produkten für Frauen und für Männer unterscheidet. Natürlich gibt es Waren (wie viele Lebensmittel), die von beiden Geschlechtern konsumiert werden. Aber sehr oft existiert das gleiche Produkt in zweifacher Ausführung, wie zum Beispiel vermehrt im Hygiene-Bereich oder bei Pflegeprodukten. Das Produkt für Frauen fällt laut "Weforum" in der Regel teurer aus, was man die "Pink Tax" nennt. Also salopp formuliert: Damensteuer.

Einkommenslücke und Teuerung

Dass diese Produkte aber auch stärker von der Inflation betroffen sind, ist auch unter dem Deckmantel der Gender-Pay-Gap eine große Herausforderung für Frauen. Laut dem "Bundeskanzleramt" liegt die durchschnittliche Einkommenslücke zwischen den Geschlechtern 2022 in Österreich bei circa 17,1 Prozent.

Grund für die höhere Inflation

Weshalb sind "Produkte für Männer" aber weniger von der Inflation betroffen, als "Frauen-Produkte"? Laut der "NZZ" sind die Preise für Kleider in der Schweiz am deutlichsten gestiegen, was sich zwar durch höhere Einkaufspreise, Transportkosten und Lieferketten-Störungen beantworten ließe, jedoch gilt dies nicht so stark für Kinder- und Herrenkleidung: "Frauenkleidung ist 6,2 Prozent teurer als noch im August, Kinderkleidung 5,5 Prozent, Männerkleidung hingegen nur 3,4 Prozent."

Als Erklärung für die Teuerung der Produkte, die speziell an Frauen vermarktet werden, wird folgendermaßen argumentiert: Die Hersteller spekulieren auf das flexiblere Kaufverhalten von Frauen. Laut der Erhebung der "NZZ in Zusammenarbeit mit Comparis" sollen Frauen weniger preisempfindlich sein als Männer, da diese bei einer Teuerung eher gewillt sind auf ein billigeres Produkt auszuweichen oder ganz zu verzichten. 

Hersteller nutzen dies wohl aus und wälzen die gestiegenen Kosten vor allem auf Frauen ab. In Anbetracht der erwähnten Gender-Pay-Gap eine sehr alarmierende Entwicklung des Markts.

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