Die Rauhnächte haben eine besondere spirituelle Bedeutung

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Rauhnächte: Ein Guide rund ums spirituelle Ritual zu Jahresende

Hast du schonmal von Rauhnächten gehört? Der spirituelle Brauch aus der Germanischen Mystik beschäftigt uns zu Jahresende.

Wenn wir am 24. Dezember Weihnachten feiern, dann beginnen gleichzeitig die sogenannten Rauhnächte. Laut Volksglauben soll dann der Schleier zwischen realer und Geisterwelt nämlich besonders durchlässig sein, wie etwa "Quarks" berichtet. In frühen Zeiten nutzten die Menschen diese zwölf Tage, um das Jahr spirituell Revue passieren zu lassen, damit man frisch ins neue starten konnte.

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Woher kommen die Rauhnächte?

Es lässt sich nur schwer ermitteln, wo genau der Brauch der Rauhnächte seinen Ursprung hat, eine Vermutung ist aber, laut "Quarks", dass dieser aus der Differenz des Sonnenjahres (365 Tage) und des Mondjahres (354 Tage) entstand. Um dies auszugleichen, wurden wohl Tage "dazwischen" eingefügt, die laut Rechnung "nicht existieren". Im Volksglauben markiert dies eine Zeit, in der die Naturgesetze außer Kraft sein könnten und Spiritualität erhöht sei. Auch der Brauch der Perchten sei damit verwandt, schließlich würden diese ja mit ihren Rasseln und Ketten böse Geiser vertreiben.

Rauhnacht-Rituale

Seither beschäftigen sich viele Menschen im deutschsprachigen Raum mit einem besonderen Ritual, das jede einzelne Rauhnacht huldigt und einbindet. Aber keine Sorge, es wird dabei nicht astrologisch. Es geht vielmehr darum, auf das alte Jahr zurückzublicken und daraus zu lernen. Gleichzeitig soll aber auch ein Blick in die Zukunft geworfen werden. Jeder Tag hat dabei auch eine besondere Bedeutung im persönlichen Ritual, wie etwa "Krautundrueben" berichtet. Aber wofür steht welche Rauhnacht und wie geht man den Prozess am besten an?

Bedeutung hinter den Rauhnächten

Jede Rauhnacht steht laut Volksglauben symbolisch für einen Monat des Jahres. Beginnend mit der Nacht vom 25. Dezember um 00:01, wird jeder Monat einzeln in den Fokus gerückt. In der ersten Nacht beschäftigst du dich folglich mit den Dingen, die du im Jänner 2022 erlebt hast, bis du am Ende den Dezember, in der Nacht vom 05. Jänner 2023, bearbeitest.

Erinnerst du dich überhaupt noch daran, was im März 2022 in deinem Leben los war? Jetzt ist es an der Zeit, alte Kalendereinträge, Notizen oder Chat-Nachrichten herauszuholen, die dir Aufschluss darüber geben, welche Themen in welchem Monat relevant waren. Auch kannst du einfach dein Gehirn anstrengen und überlegen, was deine Hochs und Tiefs des Jahres waren. Mit diesen Informationen wird dann in Folge gearbeitet.

"Krautunrueben" gibt sogar eine Übersicht, welche Themen du an welchen Tagen in den Fokus stellen könntest:

  • 25.12: steht für den Jänner – Altes Loslassen und zurückblicken
  • 26.12: steht für den Februar – Zur Ruhe kommen, sich in Stille üben
  • 27.12: steht für den März – Sich für sich selbst und andere öffnen
  • 28.12: steht für den April – Der inneren Stimme lauschen
  • 29.12: steht für den Mai – Genuss, sich selbst etwas Gutes tun
  • 30.12: steht für den Juni – Beziehungen heilen und vergeben

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  • 31.12: steht für den Juli – Die eigenen Gefühle wahrnehmen
  • 01.01: steht für den August – Entscheidungen fürs neue Jahr treffen
  • 02.01: steht für den September – Impulse überprüfen und Entscheidungen schärfen
  • 03.01: steht für den Oktober – Achtsamkeit üben
  • 04.01: steht für den November – Dankbarkeit zeigen
  • 05.01: steht für Dezember – den Sinn hinter den Botschaften der letzten Nächte erkennen

Räuchern des Eigenheims

Vor allem das Räuchern ist ein wichtiger Bestandteil der Rauhnächte, so glaubt man, dass das Verbrennen verschiedener Kräuter eine reinigende Wirkung haben kann. Utensilien wie Weihrauch sind bereits allgemein bekannt, jedoch gibt es noch einige andere Räucherwerke, die sich laut "SWP" für ein Rauhnacht-Ritual eignen:

  • Kampfer: soll alte Informationen im Haus "löschen"
  • Angelikawurzel: soll die Raumschwingung erhöhen
  • Wacholder: soll negative Einflüsse vertreiben
  • Myrrhe: soll desinfizieren, klären und reinigen
  • Thymian: soll reinigen und Energie schenken
  • Styrax: soll reinigen, Geborgenheit schenken und für die Liebe öffnen

Wie funktioniert Räuchern?

Hast du dich für ein Räucherwerk entschieden, brauchst du eigentlich nurmehr eine feuerfeste (!) Schale, eventuell Räuchersand und Kohle. Jeden Abend kannst du dann deine Wohnung oder einzelne Räume von "bösen Geistern" befreien und positive Intentionen hinaussenden. Gehe dadurch einfach mit dem Räucherwerk durch den Raum und vergiss nicht, die Ecken in Rauch zu tauchen. Natürlich ist hier Vorsicht geboten, da Brandgefahr herrscht.

Orakel spielen

Dieses Ritual setzt sich mit Visionen für das neue Jahr auseinander. Vielleicht kommst du hier sogar ein wenig ins Orakeln. Laut "Blackdotswhitespots" führst du am besten ein Rauhnacht-Traumtagebuch und notierst dir direkt nach dem Aufwachen, was du geträumt hast – sofern du dich daran erinnerst. Jede Nacht steht wieder für einen Monat, beginnend mit dem Jänner, in der Nacht auf den 25. Dezember. Diese Informationen in Folge abzugleichen kann vielleicht zu gewissen Aha-Momenten führen.

Ganz easy kannst du deine Notizen in der Notes-App deines Handys eingeben, um jederzeit im Nachhinein vergleichen zu können, ob vielleicht sogar manche Themen an die Oberfläche gekommen sind.

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Was soll man an Rauhnächten vermeiden?

Laut dem Volksglauben sollte man gewisse Dinge an Rauhnächten vermeiden, wie "krautundrueben" erklärt:

  • Keine Wäsche aufhängen: Die Geister der "Wilden Jagd" könnten sich vielleicht darin verfangen.
  • Keine lauten Geräusche: Das stört die magische Ruhe.
  • Keine harte Arbeit: Rauhnächte sind dafür da, um in sich zu kehren. Harte Arbeit würde nur ablenken.

Natürlich entspringen diese Tipps einem anderen Jahrhundert und sind deshalb auch individuell auslegbar. Aber vielleicht schadet es trotzdem nicht, sich diese Gebote zu Herzen zu nehmen? Schließlich ist es doch schön, wenn das Tempo des Alltags etwas reduziert wird.