Der Corona-Impfstoff Valneva

APA - Austria Presse Agentur

Totimpfstoff gegen Corona: Warum sich das Warten nicht lohnt

Viele warten auf den Totimpfstoff gegen Corona. Ein Molekularbiologe erklärt, warum er nicht besser ist als die anderen Impfstoffe.

Der Totimpfstoff – etwa von der französisch-österreichischen Firma Valneva oder des US-Pharmakonzerns Novavax – stellen für viele ImpfskeptikerInnen einen Ausweg dar. Die Technologie wurde bereits bei Impfungen gegen Kinderlähmung oder Hepatitis B angewendet und ist deshalb nicht "neuartig".

Was ist ein Totimpfstoff?

Totimpfstoffe sind inaktivierte Impfstoffe, die abgetötete Krankheitserreger enthalten. Die regen dann das Immunsystem zur Antikörperbildung an. Eine Methode, die schon sehr lange angewendet wird. Obwohl die neuartigen mRNA-Impfungen (wie etwa von Pfizer) millionenfach verimpft wurden und ein hohes Sicherheitsprofil aufweisen, sehen viele ImpfskeptikerInnen keinen anderen Ausweg, als auf die Totimpfstoffe zu warten.

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Wann kommt der Totimpfstoff?

Letzte Woche hat der Pharmakonzern Novavax die Zulassung bei der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) beantragt.

Vor rund zwei Wochen hatte die EU-Kommission den Vorabverkaufsvertrag für den Impfstoff von Valneva bereits genehmigt. Die Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) steht aber noch aus. Das Unternehmen rechnet damit, 24,3 Millionen Dosen im zweiten und dritten Quartal 2022 an die EU zu liefern.

Der Totimpfstoff werde frühestens 2022 verfügbar sein, erklärte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein vor einigen Wochen, als es um die Impf-Debatte rund um Tennisstar Dominic Thiem ging, der ebenfalls auf den Totimpfstoff warten wollte. Mittlerweile ist der Tennisprofi aber geimpft. "Es gibt keinen Hinweis, dass der Totimpfstoff irgendwelche Vorteile gegenüber den jetzigen Impfstoffen hat", meint Mückstein.

Warum es sich nicht lohnt, auf den Totimpfstoff zu warten

Molekularbiologe Martin Moder erklärte bei "Stöckl", warum er ImpfskeptikerInnen nicht raten würde, auf den Totimpfstoff zu warten. Trotzdem hoffe er darauf, dass die Zulassung der Totimpfstoffe noch einige zur Impfung bewegt, so Moder in der Caption eines seiner Instagram-Postings.

"Die RNA Impfstoffe wurden mittlerweile Milliarden Menschen verabreicht – eine bessere Einschätzung des Sicherheitsprofils ist kaum möglich", so Moder weiter. "Ob Protein-basierte Impfstoffe bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit da mithalten können, wird sich erst zeigen."

Soll heißen: Die Wirksamkeit der sogenannten "Totimpfstoffe", die in Österreich noch nicht verabreicht wurden, kann noch nicht eingeschätzt werden. 

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Wie sicher sind Totimpfstoffe?

Zur Sicherheit sagt er in der Sendung: "Es gibt diese Grundannahme – ich weiß nicht, wo sie herkommt – ,dass Totimpfstoffe irgendwie sicherer sein sollen. Das ist aber überhaupt nicht gesagt. Das, was einen Impfstoff sicher macht, ist die Anzahl an Leuten, denen er verabreicht wurde", erklärt der Molekularbiologe.

So könne man "schauen, ob Impfreaktionen oder Nebenwirkungen auftreten". Das sei bei den bestehenden Impfstoffen in Österreich der Fall. "Wir haben unfassbar wirksame Impfstoffe mit einem großen Sicherheitsprofil".

Der Zeitpunkt der Impfung sei eher entscheidend: Wir würden uns in einer "großen Herbst-Welle" befinden: "Wer weiß, wie es im Winter ausschaut", betont der Moder. Zu warten, bis die große Infektionswelle vorbei ist, wäre unvernünftig. Außerdem wisse man nicht, wie gut die zelluläre Immunantwort der Totimpfstoffe ist. "Wenn man Pech hat, wartet man auf einen Impfstoff, von dem man nicht weiß, ob er mit den bestehenden überhaupt mithalten kann", so der Molekularbiologe.