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Was würde passieren, wenn eine Atombombe hochgeht?

Die Angst vor Atomwaffen ist laut ExpertInnen derzeit unbegründet. Doch was wären denn die Folgen einer Atombomben-Explosion?

Für die einen ist Kernenergie befremdlich und eine Quelle der Angst. Für die anderen ist sie ein interessantes wissenschaftliches Feld und eine der "saubersten" Möglichkeiten zur Energiegewinnung. Sobald sie aber im Kriegs-Kontext genannt wird, ist man sich dann doch eher geschlossen einig – hier wollen wir sie nicht haben! Die Frage nach dem Warum dürfte sich nicht stellen: Explosionen, Feuerbälle, Schockwellen, Strahlung. Hier geht es um unser Leben.

Seit dem Ukraine-Krieg und Putins Androhungen eines Einsatzes von Atomwaffen sind viele besorgt und fragen sich, welche Folgen ein Atombomben-Einsatz hätte. Auf eine Atomexplosion kann sich nämlich kein Land ernsthaft vorbereiten. Wie der "Kurier" im ExpertInnen-Gespräch berichtete, besteht in diesem Punkt grundsätzlich kein Grund zur Panik. Putins Drohungen sind in allererster Linie ein taktischer Schachzug seiner Kriegsführungs-Strategie.

Dennoch: Was würde genau passieren, wenn eine Atombombe, beispielsweise im Zentrum von Wien, detoniert? Anhand er detaillierten Auskunft des YouTube-Kanals "Dinge Erklärt – Kurzgesagt", haben wir das Szenario, mit dem Stephansplatz als Ausgangspunkt, für euch durchgespielt. 

 

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Phase 1

Wenn wir das Ereignis in Phasen unterteilen, so dauert die erste weniger als eine Sekunde. In dieser Zeit bildet sich sofort nach der Explosion ein Plasmaball, der heißer ist als die Sonne. Sein Durchmesser von etwas mehr als zwei Kilometern lässt innerhalb dieses Bereichs alles einfach "verdampfen". In unserem Beispiel wäre also der gesamte erste Bezirk ein verkohltes Staubfeld. 

Während dieses kurzen Moments ist die Stadt von einem gleißenden Lichtblitz erhellt, der alle für mehrere Stunden erblinden lässt, die direkt in seine Richtung blicken. Die von ihm ausgehende Hitze erzeugt einen Wärmeimpuls, der im Umkreis von etwa 13 Kilometern alles entflammt, was brennen kann. Bis Klosterneuburg im Norden und Schwechat im Süden würde die Stadt nun in Flammen stehen.

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Phase 2

Wir sprechen hier von einem Zeitraum weniger Sekunden bis hin zu wenigen Minuten.

Durch Hitze und Strahlung des Feuerballs entsteht eine Blase, die von sehr heißer und stark komprimierter Luft umgeben ist. Dem Blitz folgt nun eine Druckwelle, die sich explosionsartig und mit Überschall-Geschwindigkeit ausdehnt und noch in 20 bis 25 Kilometern vom Stephansplatz entfernt Scheiben bersten lässt. In sämtliche Richtungen rund um den Ball entstehen Stürme, die kräftiger sind als Hurricanes. Weder Gebäude, mit Ausnahme besonders massiver Stahlbetonkonstruktionen, noch Bäume halten der Wucht innerhalb eines Kilometers rund um den Feuerball stand.

Nun steigt ein kilometerhoher Atompilz auf, der einen Schatten über das Feld der Zerstörung wirft. Die aufsteigende Wolke zieht frische Luft an, entfacht neue Stürme und bringt massenhaft Sauerstoff mit sich, der die Brände nährt. Es kommt zu Feuerstürmen. 

 

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Phase 3

"Phase 3" erstreckt sich über die folgenden Tage nach einer Detonation. Wiens EinwohnerInnen und die der umliegenden Gebiete wären zum Teil schwer verletzt mit Fleischwunden, Knochenbrüchen und schweren Verbrennungen. Infrastrukturen sind nicht mehr existent, natürlich wären auch Krankenhäuser und sämtliche Einrichtungen für medizinische Versorgung fehlend. Es gibt kein Wasser, keinen Strom, keine Kommunikationsmöglichkeiten, Nahrungsmittel, Straßen oder Bahngleise mehr.

Je nach Art der Bombe und Wetterlage, kann zu diesem Zeitpunkt auch ein "schwarzer Regen" einsetzen. Radioaktive Asche geht dabei über die Stadt nieder. Die Verstrahlungsphase hätte begonnen. Jene Überlebenden, die das höchste Maß an Verstrahlung abbekommen haben, würden daran innerhalb der nächsten Tage versterben.

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In den folgenden Monaten und Jahren würden viele der Überlebenden an Krebsformen wie beispielsweise Leukämie erkranken. Unsere Bundeshauptstadt wurde weitestgehend dem Erdboden gleichgemacht. Das Gebiet wäre aufgrund der Verstrahlung zudem für viele Jahre kein sicherer Ort mehr, um sich dort erneut eine Existenz aufzubauen.

Das Gedankenspiel dreht uns den Magen um und beschert uns ein unangenehmes Gefühl. Deshalb sei an dieser Stelle abschließend nochmals erwähnt – aus weltpolitischer Sicht handelt es sich hierbei um keine akute Bedrohung!