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#CoronaEltern sind müde – und teilen ihren Frust auf Twitter

Unter dem Hashtag #CoronaEltern finden sich zahlreiche Tweets von Müttern und Vätern, die im Homeoffice Kinderbetreuung und Unterricht übernehmen müssen.

Mitte April tauchte der Hashtag #CoronaEltern erstmals auf Twitter auf – ins Leben gerufen wurde er von "Edition F"-Chefredakteurin Mareice Kaiser. "Was machen eigentlich Eltern, die nicht mehr können?", schrieb Kaiser damals und sprach damit wohl vielen Eltern aus der Seele.

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Unter dem Hashtag finden sich tausende Beiträge von Menschen, die derzeit zu Hause einer Vollzeitbeschäftigung nachkommen und gleichzeitig Kinder betreuen, kochen und Schulaufgaben kontrollieren müssen. "Dieser Spagat schmerzt von Tag zu Tag mehr. Dieses Gefühl, den Kindern nicht gerecht zu werden, meiner Arbeit nicht gerecht zu werden, mir selbst nicht gerecht zu werden. Heute ist so ein Tag, wo es besonders schmerzt, wo die Unbeschwertheit besonders fehlt", schreibt eine Userin.

"Wir haben aufgegeben die Kinder abends ins Bett zu bringen. Ich bin so müde, mein Rücken schmerzt. Wir sind Eltern, LehrerInnen, SpielkameradInnen, Pflegepersonal, TherapeutInnen, ElternvertreterInnen, ArbeitgeberInnen. Wir sind alles für sie und wir sind verdammt ausgebrannt", so ein weiterer User.

Diese und ähnliche Tweets führen vor Augen, welche Mängel es in gesellschaftlichen Systemen gibt – Menschen, die Berufsleben und Familie unter einen Hut bringen wollen, haben es oftmals schwer, da es an Angeboten für Betreuung oder Jobs mit flexibleren Arbeitszeiten mangelt.

Eltern, die ohnehin viel unbezahlte Arbeit leisten, müssen während der Pandemie noch mehr gratis arbeiten. In einem weiteren Hashtag #CoronaElternRechnenAb fordern Eltern nun vom Staat Geld für Unterrichtsbegleitung und Schulmaterialien ein. Ob diese Hilferufe von der Politik ernstgenommen und Familien durch angemessene Betreuung entlastet werden, wird sich noch zeigen.

In Österreich wird der Schulbetrieb ab dem 18. Mai schrittweise wieder aufgenommen, über die Öffnung der Kindergärten entscheiden die Länder. Das wird zwar helfen, langsam wieder zur gewohnten Normalität zurückzukehren – wann der reguläre Schulbetrieb wieder aufgenommen werden soll, ist allerdings noch ungewiss. Die Situation in Deutschland ist ein wenig anders: Dort fallen die Regelungen für die Schulöffnungen je nach Bundesland unterschiedlich aus. Die Chefin der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig, empfahl den LehrerInnen auch zum Start des nächsten Schuljahres Fernunterricht in ihre Unterrichtsplanung zu berücksichtigen.

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