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Dogfishing: Wie auf Dating-Apps mit Fotos von Hunden geschummelt wird

Um sich attraktiver darzustellen, posieren viele NutzerInnen von Apps wie Tinder mit Hunden.

Dass Hunde die zwischenmenschliche Interaktion fördern, ist wissenschaftlich belegt – genauso wie die Tatsache, dass Hunde Männer attraktiver machen, weil sie sie fürsorglich und verantwortungsbewusst aussehen lassen.

Genau das machen sich auch die zahlreichen UserInnen zu Nutze, die Bilder mit Hunden in ihre Dating-Profile laden – und die gibt es gefühlt bei jedem zweiten Swipe. Sei es ein kleiner Mops, ein stattlicher Golden Retriever oder ein süßer Chihuahua: Bilder mit Hunden scheinen auf Dating-Apps das Rezept zum Erfolg zu sein – egal ob der gezeigte Vierbeiner vielleicht nur fürs Foto geliehen ist und eigentlich jemand anderem gehört. Auch zahlreiche dubiose und selbsternannte Flirt-Coaches raten vor allem Männern, Bilder mit Hunden in ihre Dating-Profile zu laden, wie eine einfache Google-Suche zeigt.

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Die Masche ist so beliebt, dass es sogar einen eigenen Namen dafür gibt: Dogfishing. Der Begriff ist angelehnt an “Catfishing”, eine altbekannte Betrugsmethode, bei der sich Menschen online gefälschte Identitäten zulegen, um Beziehungen aufzubauen und diese zu ihrem Vorteil zu nutzen.

Dass Dogfishing funktioniert, leuchtet ein: Laut einer Studie, die im Dezember 2015 im wissenschaftlichen Magazin “Anthrozoos” erschienen ist, fühlen sich Frauen oft von Männern angezogen, die ein Haustier besitzen. 32 Prozent der befragten Frauen in ihren Zwanzigern gaben an, Männer mit Hund besonders gut zu finden.

Doppelt so viele Männer wie Frauen gaben an, ihr Gegenüber nach dessen Umgang mit Tieren zu bewerten. Laut den Forschenden könnte das Ganze darauf zurückzuführen sein, dass Frauen bei der Partnersuche großen Wert auf die Elternqualitäten des Gegenübers legen. In derselben Studie gaben doppelt so viele Männer wie Frauen an, schon einmal einen Hund oder ein anderes Tier benutzt zu haben, um jemanden zu beeindrucken.

Auch das Portal EliteSingles führte 2017 eine Umfrage unter 1000 BritInnen durch, bei der 57 Prozent angaben, dass Menschen attraktiver wirken, wenn sie ein Haustier haben. Laut einer YouGov-Umfrage gaben 34 Prozent der befragten Frauen und 31 Prozent der Männer an, sich eher zu einem Date zu treffen, wenn das Gegenüber einen Hund hält. Bilder mit Hunden führen außerdem dazu, dass Frauen 69 Prozent mehr Matches bekommen, Männer können 38 Prozent mehr Matches verbuchen.

Dass sich NutzerInnen von Apps wie Tinder oder Badoo von ihrer vermeintlich besten Seite zeigen wollen, ist nichts Neues: Selfies mit unzähligen Filtern, halbwahre Beschreibungstexte und gespieltes Selbstbewusstsein stehen hier an der Tagesordnung. Da sind Fotos mit süßen Hunden wohl noch das geringste Übel. Und wenn ihr nicht sicher seid, ob euer Match tatsächlich BesitzerIn des süßen Vierbeiners auf den Bildern ist, dann fragt einfach nach. Ein guter Gesprächseinstieg ist euch so zumindest sicher.