APA - Austria Presse Agentur

Essensrituale bei Kindern können auf Magersucht hinweisen

Wenn Kinder kalorienhaltige Speisen meiden und bewusst langsam kauen, kann das für ihre Eltern ein Grund sein, genauer hinzuschauen. Denn manchmal steckt eine Essstörung dahinter.

Viele Kinder und Heranwachsende beginnen schon früh im Leben damit, auf ihr Gewicht zu achten. Hinter manchem Verhalten kann sich eine Magersucht verbergen, warnen Kinder- und Jugendärzte.

Denn mit sehr langsamen Essen, ausgiebigem Kauen und einer peniblen Nahrungsauswahl wird oftmals versucht, Kalorien zu vermeiden oder zu verringern, erläutern die Experten. Weitere Anzeichen für eine Essstörung könnten sein: übermäßiger Sport, die Einnahme von Abführmitteln und selbst herbeigeführtes Erbrechen. Auch ein weniger offensichtliches Verhalten - etwa eine Wärmflasche auf dem Bauch um die Fettverbrennung anzukurbeln - kann ein Indiz hierfür sein.

Vorsicht bei Wachstum ohne Gewichtszunahme

Besonders wenn das Gewicht eines Kindes trotz Wachstums stagniert oder es sogar abnimmt, sollten Eltern genau hinschauen. Auch wenn es sich nicht um Magersucht handelt, kann dahinter etwas Anderes stecken wie eine entzündliche Darmerkrankung oder Schilddrüsenprobleme.

Bleiben bei Mädchen die bereits eingesetzten Monatsblutungen wieder aus, ist dies ein weiteres Warnzeichen. Mädchen erkranken den Angaben zufolge etwa acht bis zehn Mal häufiger als Buben an einer Essstörung. In jedem Fall sollten Eltern einen Jugendarzt befragen, um frühzeitig eingreifen zu können.

Experten gehen davon aus, dass genetische-biologische Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung einer Magersucht spielen. Einschneidende Ereignisse wie eine Scheidung der Eltern oder ein Schulwechsel können dann zum Auslöser für den Ausbruch einer Essstörung werden.