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Lesbische Frauen verdienen mehr als Hetero-Frauen

Einer Studie zufolge verdienen schwule Männer weniger als Hetero-Männer – lesbische Frauen aber mehr als heterosexuelle Frauen.

In der Vergangenheit haben Studien immer wieder gezeigt, dass bi- und homosexuelle Männer durchschnittlich weniger verdienen als heterosexuelle Männer. Eine neue Meta-Analyse bestätigt dies: Die Studie, die kürzlich im "Journal of Population Economics" veröffentlicht wurde, untersuchte insgesamt 24 Publikationen aus Europa, Nordamerika und Australien, die das Thema Gehaltsunterschiede nach sexueller Orientierung im Zeitraum von 1991 bis 2018 behandelten.

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In Anbetracht des ohnehin schon existierenden Gender Wage Gap, würde man vermuten, dass die Kombination mit dem Gay Pay Gap den größten Nachteil für homosexuelle Frauen bringt. 

Die spannende Erkenntnis: Während schwule Männer schlechter verdienen als ihre Hetero-Gegenstücke, verdienen lesbische Frauen nicht weniger, sondern sogar mehr als heterosexuelle Frauen. In den USA liegt das durchschnittliche Gehalt lesbischer Frauen sogar ganze 20 Prozent über dem heterosexueller Frauen. Auch nachdem in Betracht gezogen wurde, dass homosexuelle Frauen im Durchschnitt gebildeter sind und seltener Kinder bekommen, blieb der Unterschied bestehen, berichtet das "World Economic Forum".

"Lesbian wage premium"

Bei dem Phänomen spricht man vom sogenannten "Lesbian wage premium". Worin sein tatsächlicher Ursprung liegt, ist bis heute nicht klar – die "Washington Post" vermutete jedoch bereits 2016, dass Männer der Grund sein könnten: Demnach verdienen lesbische Frauen, die zuvor mit einem Mann in einer Beziehung waren, fast zehn Prozent weniger als jene lesbischen Frauen, die niemals mit einem Mann zusammengelebt haben. 

Bei den Bisexuellen sieht es allerdings anders aus. Sowohl bisexuelle Männer als auch bisexuelle Frauen verdienen weniger als ihre heterosexuellen Gegenstücke.

Dass schwule Männer und Bisexuelle trotz der vielerorts eingeführten Antidiskriminierungspolitik weiterhin schlechter bezahlt werden, gibt laut den AutorInnen der Meta-Analyse Anlass zur Besorgnis. Es brauche "umfassende Gesetze und Arbeitsplatzrichtlinien", um sicherzustellen, dass Menschen in ihrem Job keine unfaire Behandlung erfahren, nur wegen ihrer sexuellen Orientierung.