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Laut Studie: Mehrheit findet Rache-Pornos "gerechtfertigt"

Wie britische ForscherInnen herausfanden, finden Rache-Pornos ("Revenge Porn") eine große Zustimmung in der Bevölkerung.

Immer öfter wurden in den vergangenen Jahren Fälle von Rache-Pornografien bekannt und angezeigt. Wie "NBC News" 2019 berichtete, muss allein Facebook pro Monat mehr als eine halbe Million Beiträge auf seinen Plattformen bezüglich Rache-Pornos überprüfen und entfernen. "BBC News" berichtete im Herbst 2020, dass vor allem im Lockdown die Zahlen der Anzeigen wegen Rache-Pornos gestiegen seien. 

Wie britische ForscherInnen jetzt herausfanden, scheint jedoch nicht nur die Verletzung der Privatsphäre ein Problem zu sein, sondern auch die verbreitete Zustimmung gegenüber Rache-Pornos in der Bevölkerung.

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Rache-Pornos sind intime, freizügige Videos und Fotos, die ohne Einwilligung der gezeigten Person veröffentlicht werden. Oftmals betrifft das Ex-LiebhaberInnen. Diese intimen Aufnahmen werden häufig auf Pornoseiten hochgeladen und dadurch für ein großes Publikum zugänglich. 2015 wurden diesbezüglich vor allem zum Schutz von Minderjährigen Gesetzesanpassungen in Österreich durchgeführt.

Dr. Afroditi Pina der Universität von Kent befragte 100 ProbandInnen im Alter von 18 bis 54 Jahren zu Rache-Pornos. Die Mehrheit (82%) der Befragten war weiblich. Das Ergebnis war überraschenderweise sehr eindeutig: 99% gaben an, Rache-Pornos unter Umständen gerechtfertigt zu finden. Sie selbst würden dabei keine Reue empfinden, wenn sie von ihrer/m PartnerIn verlassen werden würden. Weiters fühlten sich 87% bei dem Gedanken, Rache-Pornos zu teilen, "stimuliert" (durch Vergnügung oder Aufregung). Auf die Frage, ob sie selbst tatsächlich intime Inhalte ohne Einverständnis veröffentlichen würden, gaben 29% an, dass sie dazu neigen könnten. 

Forschung: Diese Personen tendieren zu einer Veröffentlichung von Rache-Pornos

Die ForscherInnen konzentrierten sich auch auf die psychologischen Aspekte, die zu einer Veröffentlichung der intimen Inhalte führen können. Wie sie in einem Paper der Universität von Kent veröffentlichten, sind narzisstische, psychopathische und egoistische Züge bei den TäterInnen erkennbar. Vor allem Impulsivität und fehlende Empathie wurden dabei hervorgehoben. 

Alle Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin "International Journal of Technoethics" publiziert. Die ForscherInnen fassten zusammen, dass zwar wenige ProbandInnen bereit dazu wären, Rache-Pornos zu veröffentlichen, die große Akzeptanz aber als problematisch zu sehen sei. Vor allem, wenn man die Vermittlerrolle der ZuschauerInnen bei der Ausbreitung der Inhalte bedenke.