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Was sind eigentlich E-Girls?

Gefärbte Haare, markanter Lidstrich und oftmals Cosplay: Das sind E-Girls, eine der Subkulturen der Generation Z.

Durch das Internet werden immer wieder neue Subkulturen geboren. Die Möglichkeit, weltweit gleichgesinnte Menschen zu finden, ermöglicht eine neue Art der Gruppenbildung. Wo es früher einfach war, zwischen Punks, Mods und Goths zu unterscheiden, gehen die Subkulturen heute oft fließend ineinander über. Die Grenzen verschwimmen – und irgendwie sind alle ein wenig von allem.

Das typische E-Girl

Bei den E-People geht es vor allem um die Online-Präsenz (daher auch das "E", kurz für "Electronic"). E-Girls und E-Boys sind stilistisch den Goths sehr ähnlich. Vorwiegend schwarze Kleidung, Ketten und Make-Up. Außerdem wird genauso viel Wert auf Individualität gelegt. Das "E" stellt jedoch den großen Unterschied dar: E-Girls kennt man so eigentlich nur aus dem Internet. Ein Charakterzug, der oft übermäßig dargestellt wird, ist Schüchternheit.

Ein weiterer Teil der Ästhetik ist auf die hohe Präsenz japanischer Kultur im Internet zurückzuführen. Cosplay von Anime-Figuren wird oft mit E-Girls assoziiert. Die überzeichnete Niedlichkeit und die Kleidung der E-Girls ist offen inspiriert von verschiedensten Anime und Manga.

Eilish wird durch den wachsenden Erfolg auch immer mehr angefeindet

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E-People in den Medien

Da sich E-Boys und E-Girls hauptsächlich im Internet aufhalten, sind ihre Bühnen auch die sozialen Netzwerke. Während sich Emos und Szene-Kids einst auf Tumblr unterhalten haben, sind die E-People heute vor allem auf TikTok und Instagram zu finden. Durch die Nähe zum Gaming sind auch viele E-Girls durch die Streaming-Plattform Twitch bekannt geworden. Viele verdienen damit sogar Geld.

Unter den Promis finden sich eher selten E-Girls und E-Boys. Viele verwenden jedoch Teile der Ästhetik in ihrem Look, darunter auch Billie Eilish. Die Sängerin ist bekannt für ihren ausgefallenen Kleidungsstil, ihre gefärbten Haare und ihren melancholischen Musikstil. Auch Art-Pop-Sängerin Grimes bedient sich der E-Girl-Ästhetik. Sie ist sehr aktiv auf Twitter und Instagram und großer Anime-Fan.

E-Girls und Gaming

Der Begriff "E-Girl" ist schon seit Jahren bekannt, in letzter Zeit hat er jedoch einen Wandel erlebt. Während der Begriff früher als herablassende Bezeichnung für weibliche Personen im Internet genutzt wurde, beschreibt er heute eine ganze Subkultur. Die Gaming-Kultur hat erst spät angefangen, das Dasein von Frauen in Videospielen und der Internetkultur zu akzeptieren.

Die E-Boys

Das männliche Pendant zu den E-Girls sind E-Boys. Sie setzen auf ähnliche Ästhetik wie E-Girls, tragen oft schwarz lackierte Fingernägel und kinnlange schwarze Haare. Oftmals ist auch eine gewisse Ähnlichkeit und Nähe zur Skateboarding-Kultur zu beobachten: Vor allem was den Kleidungsstil anbelangt, bevorzugen beide Subkulturen eher ausgelassene, weite Kleidung in dunklen Farben.

Noen Eubanks hat durch seine Online-Persönlichkeit als E-Boy sogar eine Partnerschaft mit der Modemarke "Celine" errungen. Ein weiteres Merkmal, das sich bei E-Boys durchgesetzt hat, sind die verspielten Haare, die oft durch einen Mittelscheitel geteilt werden. Auch Grunge-Elemente sind modisch zu bemerken. Es ist jedoch eine Frage der Zeit, ob und wie lange sich ein Trend wie dieser halten kann.