Gregor Gruber

Warum übermäßiger Pornokonsum gefährlich sein kann

Übermäßiger Pornokonsum ist zwar nicht lebensbedrohlich – doch was zu viel ist, ist bekanntermaßen zu viel.

Wenn das Vergnügen zum Zwang wird, sollte man sich vielleicht überlegen, warum man Pornos schaut. Verschiedene Studien belegen, was für viele einleuchtend scheint: Exzessiver Pornokonsum kann sich negativ auf unser Sexleben auswirken.

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Anzeichen einer Pornosucht

Eine Abhängigkeit zu erkennen kann für Betroffene sehr schwierig sein, da man sich Suchtverhalten nur in den seltensten Fällen selbst eingestehen kann. Laut "medicalnewstoday.com" sollte man auf die folgenden Anzeichen achten, die für eine Pornosucht sprechen können:

  • Dein Sexleben kommt dir weniger zufriedenstellend vor.
  • Der Pornokonsum verursacht Probleme in deiner Beziehung.
  • Du ignorierst wichtige Sachen in deinem Leben zugunsten deines Pornokonsums.
  • Der Konsum wird immer mehr, immer häufiger und du hast das Gefühl, die Kontrolle verloren zu haben.
  • Du fühlst dich unwohl und beschämt nachdem du Pornos geschaut hast, kannst aber nicht damit aufhören.
  • Für dich ist der Pornokonsum zu einem Werkzeug geworden, mit dem du versuchst, deine Emotionen zu kontrollieren.

Ursachen für eine Pornosucht

Hinter der Sucht nach pornografischen Inhalten verbergen sich oft tiefergreifende persönliche Probleme. Während es keine eindeutige Ursache für Pornosucht gibt, vermuten ExpertInnen verschiedene mögliche Gründe dahinter:

  • Möglicherweise benutzen Menschen Pornografie, um psychischer Belastung aus dem Weg zu gehen.
  • Beziehungsprobleme können ein Grund für exzessiven Pornokonsum sein, wenn sexuelle Ansprüche nicht erfüllt werden.
  • Auch kulturelle Normen, die ein falsches Bild von Sex verbreiten, können ein möglicher Grund für übermäßigen Pornokonsum sein – wobei Pornos selbst auch nur selten eine gesunde Vorstellung von Sex vermitteln.

Der Unterschied der Geschlechter

Für Männer scheint exzessiver Pornokonsum ein weitaus schwierigeres Problem zu sein als für Frauen. Kein Wunder, denn unzählige Studien belegen, dass Männer eher Pornos schauen als Frauen. Jedoch ist das nicht das einzige Problem dabei: Männern wird durch Pornos oft ein falsches Bild ihrer Rolle beim Sex beigebracht. 

Pornos sind oft der erste Kontakt eines jungen Mannes mit dem Thema Sex – und je jünger Mann dabei ist, desto mehr wird auch das Frauenbild beeinflusst. Der Großteil der befragten Männer in einer Studie zum Thema gab an, kaum älter als 13 gewesen zu sein, als sie das erste Mal pornografischen Inhalten ausgesetzt waren.

Dass Frauen weniger Pornos schauen als Männer hat einen einfachen Grund: Der Großteil der Pornoindustrie ist auf Männer zugeschnitten. Frauen werden in Pornos vor allem als Objekte der männlichen Begierde dargestellt. Ausgeklammert wird dabei meist, dass es sich bei den Darstellerinnen um Menschen mit eigenen Bedürfnissen handelt und dass nicht jede Frau es anturnend findet, wenn sie physisch degradiert wird.

Das Problem der jungen Männer scheint dabei oftmals auf Frauen überzuschwappen, die in Beziehungen oftmals nur aus Pornos bekanntes Sexualverhalten erleben und anschließend denken, dass es eben nur so geht. Einer Studie zufolge sind 88 Prozent der beliebtesten Pornofilme Szenen, in denen ein Mann aggressives Verhalten gegenüber einer Frau ausübt.