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Wie viel kostet es, sich in Österreich die Eizellen einfrieren zu lassen?

Ihr überlegt, eure Eizellen einfrieren zu lassen, habt aber keine Vorstellung, wie viel so etwas kostet? Hier erfahrt ihr mehr.

Ihr wollt aus medizinischen Gründen eure Eizellen einfrieren lassen oder wollt euch einfach noch ein bisschen Zeit bei der Familienplanung lassen? In vielen Ländern wird die sogenannte Kryokonservierung angeboten, auch in Österreich. Wir verraten euch, wer für dieses Verfahren überhaupt in Frage kommt, denn nicht jede/r gehört dazu. Zudem erfahrt ihr hier, wie viel dieser Prozess kostet.

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Wer darf Eizellen einfrieren lassen?

Was ihr vorab wissen solltet: Die Möglichkeit, die eigenen Eizellen einfrieren zu lassen, steht in Österreich nicht jeder Person zu. Es braucht eine medizinische Notwendigkeit. Denn ohne einen medizinischen Grund ist das verboten. Laut "Wunschkind" gelten folgende Punkte als medizinischer Grund:

  • Eine Krebserkrankung bzw. Chemotherapie, die die Fruchtbarkeit gefährdet bzw. die Eizellen zerstört oder die Entfernung der Eierstöcke bedingt.
  • Bei Ovarial-Zysten oder Endometriose: Wenn durch eine Operation Teile des Eierstocks entfernt werden müssen.
  • Bei Behandlungen, die die Eierstöcke in Mitleidenschaft ziehen.
  • Bei Autoimmunerkrankungen, wie z. B. Diabetes Mellitus.

Wenn ihr euch trotzdem eure Eier einfrieren lassen wollt, helfen euch österreichische Kliniken auch weiter und vermitteln euch an Kinderwunschkliniken im Ausland wie Tschechien, Griechenland, Dänemark, Ukraine oder die USA.

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Wie teuer ist die Krykonservierung?

Laut dem "Kinderwunschzentrum" in Wien kostet die Kryokonservierung für Männer und Frauen unterschiedlich viel, da bei Spermien und Eizellen jeweils andere Prozesse notwendig sind. 

Bei Männern gelten folgende Kosten für die Einlagerung von Samenzellen: Eine erstmalige Kryokonservierung und Lagerung für ein Jahr kostet 728 Euro die jährliche Lagergebühr für die Folgejahre beträgt 347 Euro (Stand 01/2022). Eignet sich eine Probe nicht für die Kryokonservierung, entstehen lediglich Kosten von 127 Euro für die Befundung der Probe.

Bei Frauen lässt sich die Summe nicht so einfach bestimmen: Die Kosten für eine Kryokonservierung sind stark von der Medikation und der Anzahl an gewonnenen Eizellen abhängig. Daher werden Frauen im Rahmen des Erstgesprächs einen individuell erstellten Kostenplan erhalten. Die jährliche Lagergebühr (ab dem 1. Folgejahr) beträgt 347 Euro.

Auf Nachfrage haben wir vom Kinderwunschzentrum folgende Erläuterung erhalten: "Die Kosten für die Behandlung (Stimulation, Ultraschälle, Eizellentnahme) belaufen sich auf etwa 4.000 exklusive Medikamente. Diese Medikamente sind stark abhängig von den Hormonwerten der Frau und liegen in etwa zwischen 500 bis 1.500 Euro."

Eizellen einfrieren: Übernimmt die Krankenkasse Kosten?

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, ob die Kosten für die Kryokonservierung vielleicht übernommen werden. Laut "NetDoktor" zahlen die Gesundheitskassen in Österreich die Kosten für eine Kryokonservierung von Ei- oder Samenzellen und anschließenden Embryotransfer leider nicht. Einige Betriebskrankenkassen gewähren mittlerweile aber mehr als 50 Prozent der Kosten. 

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Wie stehen die Erfolgschancen?

Nun stellt sich die Frage, ob sich die Kosten lohnen. Das hängt natürlich davon ab, wie hoch die Chance auf eine spätere, erfolgreiche Schwangerschaft ist. Generell gilt, je früher die Ei-Entnahme erfolgt und je jünger die Frau bei der künstlichen Befruchtung ist, desto höhere Chancen gibt es, dass die Schwangerschaft auch Erfolg hat.

Laut "Wunschkind" sollen die Aussichten wie folgt stehen:

  • Die durchschnittliche Erfolgschance liegt bei 60-85 %.
  • Beste Erfolgsaussichten: Entnahme der Eizellen vor dem 35. Lebensjahr
    • Bei einer 30-Jährigen ist jede vierte Eizelle gesund.
    • Bei einer 40-Jährigen ist jede sechste bis achte Eizelle gesund. Die Chancen auf eine Schwangerschaft stehen also nur noch halb so gut.