APA - Austria Presse Agentur

Tödliche Messerstiche, um ins Gefängnis zu kommen

29-Jähriger soll Tat seit Wochen geplant haben. 77-Jähriger wurde zufällig zum Opfer, weil er "älter" war

29 Jahre alt, gebürtiger Tiroler, ohne Beschäftigung, nicht polizeilich bekannt, mit dem Leben in Freiheit überfordert: So lässt sich jener Mann beschreiben, gegen den das Landeskriminalamt Tirol seit Montagabend wegen Mordes ermittelt. Der Verdächtige soll einen 77-jährigen, alleinstehenden Mann in Kufstein am Innufer in einen Hinterhalt gelockt und mehrmals mit einem Küchenmesser auf ihn eingestochen haben. Das Opfer hatte laut Angaben der Kriminalisten keine Überlebenschance.


Die Tat dürfte der Verdächtige seit Wochen geplant haben. Sein Motiv: Er war mit seinem Leben in Freiheit überfordert und wollte ins Gefängnis. „Dies betont der Verdächtige in seinen Befragungen auch immer wieder“, sagt Katja Tersche, Leiterin des Landeskriminalamts Tirol. Es ist der erste Mord des Jahres 2021 in Tirol. 


Eine Obduktion brachte am Dienstag schließlich Details über den genauen Tathergang zu Tage. Demnach wurde auf den 77-Jährigen aus Kufstein mehrmals mit dem Küchenmesser eingestochen. Neben Stichwunden im Rücken weist der Tote zudem Schnittverletzungen im Halsbereich auf.

Älterer Mann als Opfer ins Auge gefasst 


Der Verdächtige, der sich noch am Montagabend selbst bei der örtlichen Polizei stellte, sei laut Tersch in seinen Befragungen völlig klar, „seine Angaben in sich schlüssig und nachvollziehbar“. Sein Opfer kannte er nicht. „Er hat bei den Befragungen aber ganz klar angegeben, dass er im Zuge der Planung der Tat, einen älteren Mann als Opfer auswählen wollte“, erklärt die LKA-Chefin. Per Zufall traf er dann auf sein späteres Opfer in der Nähe des Tatorts. Der Verdächtige soll den 77-Jährigen in ein Gespräch verwickelt haben und ihn in weiterer Folge auf einen Weg ins Gebüsch, den späteren Tatort, gelockt haben. 


Angehörige gesucht

Die Polizei konnte bis zu Redaktionsschluss keine Angehörigen des 77-Jährigen ausforschen. Der 29-jährige Verdächtige ist  nicht polizeilich in Erscheinung getreten. „Auch konnten keine Spuren von Suchtmittelkonsum, oder von Alkohol nachgewiesen werden“, erzählt Tersch.