60.000 Kubikmeter Schlamm aus Neusiedler See entnommen

In elf Seegemeinden fuhren im Winter die Bagger auf
Die Seemanagement Burgenland GmbH hat von vergangenem Oktober bis Mitte April rund 60.000 Kubikmeter Schlamm aus dem Neusiedler See geholt. Gearbeitet wurde in elf der 14 Seegemeinden, in denen vor allem Hafenanlagen und -einfahrten ausgebaggert wurden, um diese für die Boote wieder besser befahrbar zu machen. Außerdem wurden rund 6.000 Laufmeter Schilfkanäle instandgesetzt und Brandschutzschneisen errichtet, sagte Seemanagement-Geschäftsführer Erich Gebhardt am Montag.

Die vergangene Saison war die erste, die die Seemanagement GmbH eigenständig durchgeführt hat - also mit eigenem Personal und eigenen Gerätschaften. Die Arbeiten seien erfolgreich verlaufen, betonte Gebhardt. Die zwei Groß- und vier Kleingeräte der GmbH waren zur Entschlammung in Rust, Breitenbrunn, Neusiedl, Podersdorf und Illmitz im Einsatz, hielt Infrastrukturlandesrat Heinrich Dorner (SPÖ) bei einer Pressekonferenz fest. An den Hafeneinfahrten wurde in Oggau, Donnerskirchen, Purbach, Winden, Jois und Gols gearbeitet.

Technisch hätte man bereits deutlich mehr als 60.000 Kubikmeter Schlamm entnehmen können, meinte Gebhardt. Dafür brauche es aber auch die nötige Infrastruktur in Form von Absetzbecken, die noch nicht überall vorhanden sei. Ziel sei es, in Zukunft 100.000 Kubikmeter zu entfernen.

Über den Sommer sollen die Absetzbecken, in die der entnommene Schlamm gebracht wurde, geleert und für die nächsten Arbeiten ab kommendem Oktober vorbereitet werden. Der Schlamm wird zur Bodenverbesserung auf landwirtschaftlichen Flächen in der Region verwendet werden, sagte Gebhardt. Gleichzeitig werde mit der Forschung Burgenland und der Montanuniversität Leoben an einer größeren Lösung für den Schlamm gearbeitet, die in rund zwei Jahren vorliegen soll.

Im Rahmen einer Brandschutzübung im Schilfgürtel bei Jois im Jänner wurden seitens der Seemanagement GmbH Brandschutzschneisen errichtet und das Schilf in Abstimmung mit dem Klimaschutzministerium kontrolliert abgebrannt. Auf die Erkenntnisse aus dieser Übung warte man noch, sagte Dorner. "Wir hoffen, dass es weitere solche Aktionen gibt, damit wir noch größer ausgeprägt im Bereich Schilfmanagement tätig werden können."

Derzeit beginnen laut Gebhardt auch die Gespräche mit den 14 Seegemeinden und Stakeholdern über das Bauprogramm für die kommende Saison, in der dann auch zwei neue Geräte für das Schilfmanagement zum Einsatz kommen sollen. In Hinblick auf die geplante Wasserzufuhr zum Neusiedler See betonte Dorner, dass weiter Gespräche mit Niederösterreich über eine mögliche Lösung laufen.

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