64. Narzissenfest Aussee: Hahn "Martin" holte sich Sieg

Bootskorso am Grundlsee
Bei Sonne und Wolken über dem Grundlsee startete am Sonntag der Bootskorso als letztes großes Ereignis des 64. Narzissenfests im Ausseerland vor rund 20.000 Besucher:innen.

In der Bewertung der neuen blumenbestückten Gestelle gewann Hahn Martin vor dem Kaiserpaar Sissi und Franzl und dem Ausseer Pless, einer den Winter symbolisierenden Figur aus dem Fasching. Beim Korso mischten sich auch Vertreter der "Letzten Generation" mit einem Boot und Stand-up-Paddlern unter die Teilnehmer:innen. 

Die Gewinner des diesjährigen Narzissenfests in der Kategorie Neue Gestelle standen am frühen Nachmittag fest: Der Hahn namens Martin vom Team Thomas Feldhammer und Franz Loitzl holte sich den ersten Platz - er ruhte auf zwei Stand-up-Paddelbrettern und wurde von einem Boot über den Grundlsee gezogen. Auf Platz zwei kam das Team der Frühstückspension Josefinum und dem Strandcafé Altaussee mit dem vorletzten Kaiserpaar von Österreich-Ungarn, Franz Josef I. und Elisabeth. Platz drei belegte der Ausseer Pless von Benedikt Winkler und Freunden. Der Pless ist eine Faschingsfigur, die bei den Umzügen alte Kleidungsstücke und einen Korb statt einem Kopf sowie eine Stange mit einem Tuch daran trägt. Heuer gab es 20 Figuren, die sowohl bei der Präsentation an Land als auch beim Bootskorso auf dem Grundlsee teilnahmen.

Die Preisträger der Kategorien Alte Gestelle, Junioren, originellste Idee und schönste Ausführung sollen am Abend bekannt gegeben werden. Einige Wochen lang war es im Frühling unsicher gewesen, wie viele Narzissen zum Fest noch in Blüte stehen würden. Der heiße April hatte den Blumen zugesetzt. Ende April "rettete" dann allerdings ein Kaltlufteinbruch mit Schneefall die Blumen. Für das heurige Schmücken der Figurengestelle aus Draht waren aber auch andere Pflanzen und Blüten zugelassen.

Am Narzissenfest nahm auch der steirische Landeshauptmann Christopher Drexler (ÖVP) teil. Am Sonntag besuchte er den Stützpunkt der Einsatzorganisationen, danach den alljährlichen Höhepunkt des Brauchtumsfestes, den Bootskorso. "Das Narzissenfest ist eines der bemerkenswertesten und prominentesten Beispiele für die Vielfalt von Brauchtum und Tradition in unserem Land", sagte Drexler unter anderem. Die unterschiedlichsten Blüten auf den festlich geschmückten Figuren sorgten für eine beeindruckende Kulisse, die Anziehungspunkt für Zehntausende Gäste aus dem In- und Ausland sei, so der Landeshauptmann.

Beim 64. Narzissenfest mischten sich auch Vertreter der "Letzten Generation" unter die Teilnehmer: Statt einer Narzissenfigur zeigte ihr Boot ein großes Banner mit der Aufschrift "Recht auf Überleben". Zusätzlich waren Personen mit Warnwesten und Bannern auf Stand-Up-Paddles unterwegs. Die frühe Blüte der Narzissen, die die Verwendung anderer Blüten bei der Figurengestaltung nötig machte, nahm die Letzte Generation zum Anlass für den Protest. Ohne Klimaschutz funktioniere gar nichts mehr. Jeder Aspekt des Lebens einschließlich geliebter Traditionen sei beeinträchtigt und gefährdet. Pressesprecherin Anna Freund, nach eigenen Angaben selbst aus dem Ausseerland: "Das Narzissenfest ist ein Teil meiner Kindheit, ich war jedes Jahr dabei und habe auch beim Figurenstecken geholfen. Unser Ziel heute war es nicht zu stören, sondern unsere Mitmenschen darauf aufmerksam zu machen, dass wir auf eine Klimakatastrophe zusteuern. Wenn die Verantwortlichen weiterhin die Augen vor der Klimakrise verschließen, werden verblühte Narzissen leider bald unser geringstes Problem sein."

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