Adi Hirschals Abschied in Laxenburg mit "Shakespearical"

"Der Rest ist Schweigen" mit Hirschal, Hindinger und Jagsch
Bei der wahrscheinlich letzten Produktion des Kultursommers Laxenburg im Hof der Franzensburg hat am Sonntagnachmittag ein "Shakespearical mit Hindernissen" aus der Feder von Erhard Pauer seine Premiere erlebt. Für den mitwirkenden Intendanten Adi Hirschal (75) ist es jedenfalls die Abschiedssaison im Schlosspark.

Im Trio mit Alexander Jagsch und Doris Hindinger blödelt sich Hirschal noch einmal durch unterhaltsame eineinhalb Stunden. Der Plot: Shakespeares Werke sollen geprobt werden, Hirschal gibt den Regisseur, Jagsch den dünnhäutigen Schauspieler, Hindinger seine resolute Partnerin. Das ist streckenweise ziemlich witzig, und da blitzt selbst und gerade in dieser reduzierten Besetzung auch Potenzial auf, das nun endgültig verspielt scheint.

Es sind drei Vollblutkomödianten, die einander auf der Bühne die Gags zuwerfen, unterstützt vom Gitarristen Michael Reitinger. Da braucht es kein aufwendiges Bühnenbild, zwei mit allerlei Garderobe behängte Kleiderständer reichen aus. Musikalisch wird die Aufführung wieder mit Oldies garniert, wobei Jagsch mit dem unprätentiös interpretierten Ambros-Hit "A Mensch mecht i bleib'n" viel Beifall erzielt. Und wenn eine traditionell zu spät kommende Besucherin mitten im Stück Einzug hält, ist Jagsch nicht um spontane Reaktion verlegen: "Bitte nehmen Sie Platz, wir zeigen Ihnen gerade, wie man schön stirbt!"

25 Jahre lang - seit 2012 als Intendant - hat Hirschal dem Laxenburger Kultursommer angehört. Zum Jubiläum, zugleich Adieu, haben sich u.a. Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll und Landtagsabgeordnete Marlene Zeidler-Beck (beide ÖVP) seitens des Landes Niederösterreich sowie Kammerschauspielerin Erika Pluhar eingefunden. Hirschal gedachte auch seines Vorgängers Jürgen Wilke und dankte allen Wegbegleitern. Dass sich seitens der Stadt Wien (die in der Betriebsgesellschaft Schloss Laxenburg gemeinsam mit dem Land Niederösterreich vertreten ist) niemand blicken ließ, registrierte er mit Sarkasmus: "Die offizielle Vertretung der Stadt Wien ist offenbar noch bei der Pride hängengeblieben."

Ob und wie es nun mit dem Standort des Theaterfests NÖ weitergeht, ist derzeit noch offen. In einem Interview mit der Tageszeitung "Kurier" hatte Hirschal erklärt: "Die lassen diesen Spielplatz einfach fallen, diese schöne Franzensburg. Wahrscheinlich ist es auch vom Beamtenaufwand her zu kompliziert oder zu teuer, was ich natürlich überhaupt nicht verstehen kann, weil weniger Geld wie ich hat noch keiner bekommen." Laxenburgs Bürgermeister David Berl (ÖVP) konnte auf APA-Anfrage nur bestätigen, dass es bisher keine Ausschreibung für eine allfällige Nachfolge gegeben habe. Das Land Niederösterreich wiederum fungiert nicht als Veranstalter, sondern beteiligt sich nur mit Förderungen. Als Träger fungierte bisher der "Verein zur Förderung der darstellenden Kunst unter freiem Himmel", dessen künstlerischer Leiter Adi Hirschal sich nun zurückzieht.

(Von Ewald Baringer/APA)

(S E R V I C E - Kultursommer Laxenburg, Franzensburg: Erhard Pauer, "Der Rest ist Schweigen". Regie: Erhard Pauer. Mit Adi Hirschal, Doris Hindinger, Alexander Jagsch und Michael Reitinger. Weitere Vorstellungen bis 11. August. Tickets und Information: Tel. 02236 / 736 40, https://kultursommerlaxenburg.at)

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