APA - Austria Presse Agentur

Aktivistin Thunberg: Kampf um Lützerath nicht vorbei

Mehrere tausend Menschen - unter ihnen die Klima-Aktivistinnen Greta Thunberg und Luisa Neubauer - haben am Samstag für den Erhalt des Dorfes Lützerath im nordrhein-westfälischen Braunkohlerevier und den Stopp des Kohleabbaus demonstriert. Die schwedische Aktivistin warf Deutschland vor, "einer der größten Klimasünder weltweit" zu sein. Sie rief zum anhaltenden Widerstand auf. "Wir haben nicht vor, aufzugeben. So lange die Kohle im Boden ist, ist dieser Kampf nicht vorbei."

Nach Angaben der Polizei fanden sich rund 6.000 Demonstranten im Nachbarort Keyenberg ein und machten sich auf den Weg nach Lützerath. Klimaaktivisten skandierten "Lützi bleibt, Lützi bleibt, Lützi, Lützi, Lützi, bleibt, bleibt, bleibt" und "RWE Enteignen." Am Rande der Kundgebung kam es zwischen Polizei und Demonstranten zu Rangeleien, da diese versuchten an die Abbruchkante und in das Abbaugebiet Garzweiler II zu gelangen. Zur Anzahl der Einsatzkräfte machte die Behörde keine Angaben.

Thunberg hatte bereits am Freitag im Braunkohle-Dorf Lützerath zum Widerstand gegen das Abbaggern des Weilers durch den Energieriesen RWE aufgerufen. "Wenn Regierungen und Konzerne die Umwelt zerstören (...), wehren sich die Menschen", sagte sie. Der Energieriese RWE will den Weiler abreißen, um die unter der Ortschaft gelegene Braunkohle abbaggern zu können. Lützerath wird seit Mittwoch mit einem massiven Aufgebot von der Polizei geräumt.

Auch aus Österreich sind Teilnehmer angereist. So beteiligen sich Aktivistinnen und Aktivisten der "Letzten Generation", die zuletzt durch Verkehrsblockaden in Wien für Aufregung gesorgt haben, von Fridays For Future, des Jugendrats und System Change not Climate Change an den Protesten. Sie sprachen von bis zu 35.000 Demonstrantinnen und Demonstranten. "An Tagen wie diesen wird klar, dass unser Kampf für eine klimagerechte Welt niemand aufhalten kann", sagte Lena Schilling, Sprecherin vom Jugendrat und LobauBleibt.