APA - Austria Presse Agentur

Albertina zeigt Metropolitan Ausstellung ab Mittwoch

Die Albertina stellt eindrucksvoll ihre Kernkompetenz unter Beweis. In einer Kooperation mit dem Metropolitan Museum in New York, wo die Schau unter dem Titel "The Renaissance of Etching" bereits im Herbst zu sehen war, zeigt sie ab Mittwoch "Die frühe Radierung". Der Untertitel der bis 10. Mai laufenden Ausstellung lautet "Von Dürer bis Bruegel". Er sollte "Von Hopfer bis Borcht" lauten.

Den starken Auftakt der Schau bietet die Begegnung mit dem deutschen Druckgrafiker Daniel Hopfer (1471-1536). Auf Albrecht Dürer trifft man erst im zweiten Saal. Von Pieter Bruegel d. Ä. wird dessen einzige gesichert von ihm selbst gestaltete Radierung "Die Hasenjagd" gezeigt. Danach begegnet man noch Künstlern wie den im dritten Viertel des 16. Jahrhunderts tätigen Brüdern Jan und Lucas van Doetecum oder Pieter van der Borcht. Und hat am Ende anhand von über 100 hauptsächlich aus dem stolzen Albertina-Bestand stammenden Werken einen tollen Eindruck über die Frühzeit der Radierung erhalten, die später unter Rembrandt, Goya und Picasso ihren Höhepunkt erfährt.

Zu sehen sind auch ein Rossharnisch und ein Goldhelm aus der Hofjagd- und Rüstkammer. Sie führen zurück in die Augsburger Waffenschmieden des 15. Jahrhunderts, wo schon im 15. Jahrhundert wunderbare Verzierungen in die Rüstungen geätzt wurden. "Das war wohl der Ausgangspunkt der neuen, revolutionären Technik", sagte Albertina-Chefkurator Christof Metzger bei der Presseführung am Dienstag. Daniel Hopfer, als Maler und Metallveredler gleichermaßen versiert, war um 1495 der Erste, der eine geätzte Metallplatte auf Papier druckte (wobei zunächst noch Eisen- und nicht Kupferplatten geätzt wurden). Schon die Blätter mit Hopfers Majuskelalphabeten und spätgotischen Ornamenten sind eindrucksvoll. Das um 1510 entstandene Blatt "Tod und Teufel überraschen zwei Frauen" haut in seiner Ausdrucksstärke und technischen Feinheit jedoch förmlich um. "Hier hat er die neue Technik zur Vollendung gebracht", schwärmte Metzger über den Künstler, der bereits mit Verfahren experimentierte, um auch Grauwerte drucken zu können.

Neben einer Vitrine, die eine Einführung in die technischen Grundlagen dieses Tiefdruckverfahrens gibt, begegnet man auch immer wieder Druckplatten - etwa jene für einen 1552 von Augustin Hirschvogel hergestellten großflächigen Rundplan Wiens. Viele verschiedene Motive prägen den Rundgang durch die Anfangsjahre der Radierung in den Niederlanden (wo Lucas van Leyden als Erster in Kupfer radierte), Italien (wo der große Francesco Parmigianino mit der neuen Technik experimentierte) und Frankreich (wo Jacques Androuet du Cerceau die Radierung u.a. für Architekturdarstellungen verwendete) - vom Kaiserporträt bis zur Landschaftsdarstellung, von biblischen Motiven bis zu Juste de Justes "Menschenpyramiden". Am Ende landet man im Antwerpen der 1550er. Und beim Beginn des Zeitalters der künstlerischen Massenproduktion.

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