APA - Austria Presse Agentur

AMS-Chef erwartet im April nächste Arbeitslosen-Welle

Derzeit verlieren im Schnitt 23.000 Menschen am Tag ihren Job, in Summe ist die Zahl der Arbeitslosen auf über 500.000 gestiegen, ein Rekordwert in der Zweiten Republik.

AMS-Chef Johannes Kopf rechnet damit, dass das noch weitergeht. "Vor allem sind wir der festen Überzeugung, dass am 1. April viele Kündigungen kommen werden, weil viele Angestellte die Monatsende-Kündigung haben.", sagte Kopf im "Standard".

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Das Arbeitsmarktservice (AMS) arbeite intensiv daran, dass das Arbeitslosengeld, das Anfang April kommt, auch sichergestellt sei. "Die größte Herausforderung bei der Kurzarbeit ist, dass das neue System mit keiner früheren Regelung vergleichbar ist, die es in Österreich gab. Die Kurzarbeitsregelungen aus der Weltwirtschaftskrise waren ein Lercherl gegen das, was jetzt los ist", sagte Kopf im "Standard".

Bis das erste Geld fließt, dauert es aber noch. In den nächsten Tagen müssen die AMS-Beschäftigten unzählige Betriebe anrufen, um ihnen beim Ausfüllen der Anträge zu helfen. Es würden schon viele tausend Anträge auf Kurzarbeit beim AMS liegen, allerdings seien drei Viertel davon unvollständig, sagte Kopf. Dieser Prozess werde ein bis zwei Wochen dauern. Der nächste Schritt sei dann, dass das Unternehmen tatsächlich auf Kurzarbeit umstellt. "Dann, am Ende des Monats, melden die Betriebe an uns, welcher Arbeitnehmer im letzten Monat welche konkreten Ausfallstunden hat. Darauf basiert dann die Abrechnung", sagte Kopf.

Also 30 Tage, nachdem das AMS die Arbeitsstunden gemeldet bekommt, kommt die Auszahlung. Das wär dann Ende Mai für April-Gehälter. So lange dürften viele Unternehmen gar nicht durchhalten. "Wir hatten schon am Dienstag nach den Schließungen Betriebe, die gesagt haben, sie sind nicht mehr liquide. Diese Probleme lassen sich über Kurzarbeit nicht lösen", räumte der AMS-Chef ein.

Kopf rechnet damit, dass, sobald die Geschäfte wieder aufsperren, die Arbeitslosenzahlen "ungeheuer schnell in den Keller rasseln werden, weil sehr viele Menschen wirklich gebraucht werden". "Aber ich rechne auch damit, dass durch die Corona-Krise unsere gesamte Wirtschaft derart geschwächt wird, dass es viele Betriebe geben wird, die das nicht überleben."

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