Die letzte Generation: Aktivistin Anja Windl muss ins Gefängnis

Gang eines Gefängnisses
Anja Windl und Aktivistenkollegin Laila Fuisz müssen für voraussichtlich 42 Tage in Haft.

Insgesamt fünf Klimaschützer:innen der Organisation namens "Letzte Generation" müssen in Haft. Unter ihnen ist auch Anja Windl (auch als "Klima-Shakira" bekannt), die als Deutsche in Klagefurt studiert und mit ihren Kolleg:innen durch Klebe-Sitzblockaden oder verschüttetes Öl bei Protestaktionen Aufmerksamkeit erregte. Erst im April letzten Jahres waren einige Behörden dafür, der jungen Frau ein Aufenthaltsverbot in Österreich zu erteilen. Doch muss Windl mit ihren Kolleg:innen definitiv in Österreich bleiben, da ihnen eine Haftstrafe im Gefängnis droht. 

Primärarreste gegen Letzte Generation

In einer Pressemitteilung der Organisation wird erklärt, dass Windl und Fuisz "voraussichtlich 42 Tage in einer Zelle verbringen" werden. Drei weitere Männer der Letzten Generation traten bereits am Montag ihre Haftstrafe an. Der Grund sind nicht bezahlte Geldstrafen.

  • Bereits Ende Mai wurde bekannt, dass sogenannte Primärarreste gegen die Mitglieder der letzten Generation verhängt wurden. 
  • Diese Arreste sind Gefängnisstrafen ohne vorherigen Gerichtsprozess. 
  • In Primärarrest werde jedenfalls nur nach einer Einzelfallprüfung verhängt und könne theoretisch auch bei jeder anderen Verwaltungsübertretung ausgesprochen werden, wenn Geldstrafen keine Wirkung zeigen.

Die 23-jährige Windl zeigt sich in der Pressemitteilung erschüttert: "Das, was mir Panik macht, ist nicht die Haftstrafe. Es ist die eskalierende Klimakatastrophe. Ganz Süddeutschland, Regionen in Ober- und Niederösterreich und Vorarlberg stehen unter Wasser - und wir, die das verhindern wollen, werden weggesperrt", erklärte Windl. 

In der Aussendung schoss die Studentin auch gegen die österreichische Politik: "Wie vielsagend, dass Karl Nehammer zum Autogipfel gegen das Verbrenner-Aus einlädt - während dem nächsten Jahrhunderthochwasser in wenigen Jahren. Sind wir als Gesellschaft so fetzendeppert, dass wir angesichts der Tatsachen einfach bequem unserem Alltag nachgehen, weitermachen, als wäre nichts? Ich werde dabei nicht zusehen. Nicht widerstandslos. Auch wenn es mich meine Freiheit kostet - ich würde mich jedes Mal wieder dafür entscheiden", ergänzte Windl. 

Auf Instagram schreibt die Aktivistin unter ein Video: "Ich bin in Haft. Ich werde dafür bestraft, dass ich mich für unsere Zukunft einsetze. Und was machen unsere Verantwortlichen? Sie tun nicht nur gar nichts, sondern steuern sogar entgegen. Wann hört diese unglaubliche Ungerechtigkeit auf?"

Kommentare