ABD0059_20170424 - ARCHIV - Rabbiner Zalman Gurevitch steht am 25.12.2016 zum Auftakt des Lichterfestes auf dem Opernplatz in Frankfurt am Main (Hessen) vor dem Chanukkah-Leuchter. (Illustration zu dpa "Antisemitismus: Juden in Deutschland sehen wachsende Bedrohung" vom 24.04.2017) Foto: Arne Dedert/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

APA/dpa/Arne Dedert

Antisemitische Attacke vor Hamburger Synagoge

Vor der Hamburger Synagoge ist es Berichten zufolge am Sonntagnachmittag zu einer offenbar antisemitischen Attacke gekommen.

Wie "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR berichteten, griff ein militärisch gekleideter Mann dort einen jüdischen Studenten an. Der Täter soll den Studenten mit einer Schaufel geschlagen und verletzt haben, bevor Sicherheitskräfte der jüdischen Gemeinde ihn überwältigen, festnehmen und die vielen Besucher der Synagoge in Sicherheit bringen konnten. Das Opfer soll mit einer schweren Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht worden sein. Von der Polizei Hamburg lagen zunächst keine näheren Angaben vor.

Sowohl die militärische Kleidung als auch das Datum der Attacke wecken Erinnerungen an den Anschlag auf die Synagoge von Halle vor knapp einem Jahr. Dort hatte am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein schwer bewaffneter Rechtsradikaler versucht, in die Synagoge einzudringen und die Betenden zu ermorden. An diesem Sonntag wurde Sukkot gefeiert, das Laubhüttenfest, das im jüdischen Kalender unmittelbar auf Jom Kippur folgt.

Der mutmaßliche Attentäter von Halle, Stephan B., muss sich derzeit vor dem Oberlandesgericht in Magdeburg verantworten. B. hatte am 9. Oktober vergangenen Jahres bei einem letztlich fehlgeschlagenen Anschlag auf die Synagoge in Halle zwei Menschen erschossen, die er auf der Straße und in einem Imbiss antraf. Sein Versuch, in das Gotteshaus einzudringen, scheiterte dagegen an der massiven Tür. B. wurde nach der Tat festgenommen.