APA - Austria Presse Agentur

Bauern können neue Coronahilfe bald beantragen

Im Dschungel der vielen Coronahilfen gibt es auch für die Landwirte wieder eine neue Unterstützung. Um COVID-bedingte Ausfälle teilweise zu ersetzen, werden 60 Mio. Euro zur Verfügung gestellt, teilte das Landwirtschaftsministerium mit. Die Bauernhilfen werden nicht über die Coronahilfsagentur des Bundes, COFAG, abgewickelt sondern über das Ministerium, das für seine neue Hilfe für bäuerliche Zulieferer schon bisher vorhandene Mittel umschichtet.

Wie viele andere Zuliefererbetriebe leiden freilich auch Landwirte indirekt unter den behördlichen Schließungen von Gastronomie und Co (Lockdown). Für andere Wirtschaftsbereiche ist eine Zulieferer-Hilfe schon des längeren angekündigt, aber vorerst noch nicht präsentiert.

Die Betriebe und Betriebszweige in der Landwirtschaft sind unterschiedlich hart von Absatzeinbrüchen betroffen. Der Verlust wird für die Betriebszweige einzeln pauschal berechnet. Übersteigt der pauschal errechnete Verlust eine bestimmte Höhe, werden 70 Prozent des errechneten Verlustes als Zuschuss gewährt.

"Schweinebauern und Weinwirtschaft sind sehr stark betroffen, große Verluste gibt es aber auch in anderen landwirtschaftlichen Bereichen", so Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Freitag. "Der Verlustersatz kann von allen Landwirten beantragt werden, die unter den entsprechenden Verlusten massiv leiden."

Die Verlustersatz genannte Hilfe kann von allen Landwirten ab 15. Februar beantragt werden, die entsprechende Einbußen nachweisen. Voraussetzungen für die Unterstützung sind Einbußen zwischen Oktober 2020 und März 2021 verglichen zum Vorjahreszeitraum. Der Verlust muss sich auf mindestens 30 Prozent des Deckungsbeitrages belaufen. 70 Prozent des pauschal ermittelten Einkunftsverlustes werden als nicht rückzahlbarer Zuschuss gewährt - bis zu maximal 100.000 Euro. Die Beantragung erfolgt wie bisher bei den Bauernhilfen über die Agrarmarkt Austria (AMA). Für Weinbauern gibt es wieder ein eigenes Berechnungsmodell. Als erstes hat die "Bauern Zeitung" über die neuen Hilfen berichtet.

"Die Hilfen sollen möglichst schnell, einfach und direkt bei den betroffen Betrieben ankommen", so Köstinger. Existenzielle Nöte würden gelindert indem die größten Verluste aufgefangen werden.

"Nun hilft die Bundesregierung mit dem Verlustersatz besonders betroffenen Bäuerinnen und Bauern", so Landwirtschaftskammerchef Josef Moosbrugger (ÖVP). Bauernbundpräsident Georg Strasser begrüßte "eine praxistaugliche Lösung für diese indirekt betroffenen Betriebe in der Landwirtschaft". Veredelungsbetriebe hätten durch den Wegfall der Abnehmer schließlich mit herben Absatzverlusten zu kämpfen.