Selbstüberschätzung am Berg: Vier Rettungseinsätze in OÖ und Salzburg

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Selbstüberschätzung und unzureichende Tourenplanung haben am Samstag zu vier Rettungseinsätzen auf den Bergen in Oberösterreich und Salzburg geführt.

Im Bezirk Gmunden rückten Bergretter und Notarzthubschrauber zu drei Einsätzen aus. Zwei Tschechen waren am Attersee-Klettersteig und eine Tschechin am Traunstein so erschöpft, dass sie geborgen werden mussten. Das gleiche widerfuhr einem Deutschen auf dem Hochlecken. Am Schareck in Salzburg kamen zwei Holländer in Bergnot.

Laut Polizei stiegen zwei Tschechen, eine 27-Jährige und ein 32-Jähriger, im Gemeindegebiet von Steinbach am Attersee um 12 Uhr in den Attersee-Klettersteig ein, der westseitig ausgerichtet ist und über etwa 900 Höhenmeter auf den Gipfel des Mahdlgupfs führt. Sie kamen nur langsam voran und hatten schon nach kurzer Kletterzeit keine Getränke mehr. Die pralle Sonne machte ihnen schwer zu schaffen. Um 16.50 Uhr setzten sie schließlich einen Notruf ab. Der Bergrettungsdienst Steinbach/Weyregg, der Polizeihubschrauber "Libelle Klagenfurt" und die Alpinpolizei Gmunden wurden alarmiert. Um 18.15 Uhr gelang es der Hubschrauberbesatzung, die beiden Tschechen unverletzt mittels Tau zu retten und ins Tal zu fliegen. "Die Tourlänge und Hitze hatten die beiden laut eigenen Angaben unterschätzt", hieß es im Polizeibericht.

Die Bergtour einer 42-jährigen Tschechin zur Mittagszeit auf den Traunstein endete ebenfalls mit einem Rettungseinsatz. Vermutlich wegen der Hitze konnte die Frau beim Traunsteinhaus auf 1.580 Meter Seehöhe nicht mehr weiter, sie war stark dehydriert. Der Bergrettungsdienst Gmunden, der Notarzthubschrauber "Martin 3" und die Alpinpolizei Gmunden wurden alarmiert. Nach notärztlicher Versorgung wurde die Frau mit dem Hubschrauber ins Salzkammergut-Klinikum Gmunden geflogen.

Ebenfalls zur Mittagszeit brach ein 56-jähriger Deutscher auf eine Bergtour vom Taferlklaussee in Richtung Hochleckenhütte auf. Um 15 Uhr kollabierte der Mann beim "Jausenstein" auf einer Seehöhe von etwa 1.300 Meter. Durch einen Notruf wurde der Bergrettungsdienst Traunkirchen, der Notarzthubschrauber "Martin 3" und die Alpinpolizei Gmunden verständigt. Der Mann wurde vom Hubschrauberteam mittels Tau geborgen und ins Salzkammergut-Klinikum Vöcklabruck geflogen.

Im Salzburger Pongau sind im Zuge einer anspruchsvollen Rettungsaktion zwei Holländer, ein 30-jähriger Mann und eine 28-jährige Frau, bei starkem Föhnwind mittels Tau vom Team des Polizeihubschraubers Libelle Salzburg geborgen worden. Die Bergsteiger befanden sich zwischen Herzog-Ernst-Spitze und Schareck auf rund 3.000 Meter Seehöhe. "Die beiden waren erschöpft und komplett überfordert. Dann ist der junge Mann noch abgerutscht und nur durch Glück hängengeblieben", schilderte der Bezirksleiter der Bergrettung im Pongau, Gerhard Kremser, auf der Homepage der Salzburger Bergrettung. Falls eine Bergung aus der Luft nicht möglich gewesen wäre, wären die Folgen vermutlich fatal gewesen. "Der Mann hätte sich nicht mehr lange halten können, da das Gestein dort sehr brüchig ist." Die Taubergung sei in absolutem Absturzgelände erfolgt.

Angesichts der zahlreichen Einsätze, die in den vergangenen Wochen vorwiegend aufgrund von Selbstüberschätzung im alpinen Gelände ausgelöst worden seien, appellierte Kremser, vor jeder Tour eine sorgfältige Tourenplanung vorzunehmen und auf die erforderliche Ausrüstung zu achten.

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