APA - Austria Presse Agentur

Berichte: Katar vermittelt erneut zwischen Israel und Hamas

Das Golfemirat Katar vermittelt Berichten zufolge erneut zwischen Israel und der islamistischen Hamas. Dabei gehe es um Bemühungen zur weiteren Freilassungen von Geiseln, die während des Massakers am 7. Oktober aus Israel in den Gazastreifen verschleppt worden waren, wie die US-Zeitung "The Wall Street Journal" und das Nachrichtenportal "Axios" berichteten. Derzeit befinden sich noch immer rund hundert Geiseln in den Händen der Hamas.

Demnach sollen hochrangige Beamte Israels und Katars in Norwegen zusammengekommen sein, um Gespräche über mögliche Überstellungen von Geiseln und Gefangenen zu führen. Auch eine Feuerpause für die weitere Freilassung israelischer Geiseln steht demnach im Raum. Der Chef des israelischen Geheimdienstes Mossad, David Barnea, soll sich laut Axios mit dem katarischen Ministerpräsidenten Mohammed bin Abdulrahman Al Thani in Oslo getroffen haben.

Eine offizielle Bestätigung des Treffens gibt es bisher nicht. Gespräche über eine neue Feuerpause im Gazakrieg werden nach katarischen Angaben aber fortgesetzt. Das Golfemirat bekräftige seine laufenden diplomatischen Bemühungen zur Erneuerung der humanitären Pause, hieß es in einer Erklärung des Außenministeriums vom Samstag. Katar unterhält gute Beziehungen zur Hamas. Ende November hatten Israel und die Hamas unter Vermittlung Katars, Ägyptens und der USA erstmals eine Feuerpause vereinbart, die zwei Mal kurz verlängert wurde.

Von den rund 250 von der Hamas verschleppten Geiseln, befinden sich nach jüngsten israelischen Angaben noch 129 in der Gewalt der Palästinenserorganisation und ihrer Verbündeten im Gazastreifen. 110 Geiseln wurden mittlerweile freigelassen, außerdem brachte die israelische Armee die Leichen von elf Verschleppten zurück ins Land. Unter ihnen sind auch die sterblichen Überreste der drei Männer, die am Freitag im Norden des Gazastreifens "versehentlich" von israelischen Soldaten getötet wurden.

Nach von der Nachrichtenagentur AFP zusammengestellten Informationen handelt es sich bei den verbliebenen Geiseln größtenteils um Zivilisten und dabei um Männer. Die Hamas hält aber auch 16 Frauen sowie Soldaten in ihrer Gewalt. Zudem sind vermutlich einige der 129 Verschleppten, die Israel offiziell als Geiseln zählt, bereits tot.

AFP-Recherchen zufolge sind rund 110 der verbliebenen Geiseln im Gazastreifen mutmaßlich noch am Leben. Die anderen wurden entweder während ihrer Gefangenschaft getötet oder bei dem brutalen Großangriff der Hamas am 7. Oktober bereits als Leichen verschleppt. Unter den Überlebenden befinden sind demnach 100 israelische Staatsbürger oder Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft. Die weiteren mutmaßlich noch lebenden Geiseln sind Ausländer: acht Thailänder, ein Nepalese und eine Franko-Mexikanerin.

Die Hamas hatte kürzlich den Tod der jüngsten Geisel, ein elf Monate altes Baby, dessen vierjährigen Bruder Ariel sowie der Mutter Shiri Bibas gemeldet. Israel hat den Tod dieser drei Geiseln bisher nicht bestätigt. Sollten sich die Angaben bewahrheiten, befinden sich keine minderjährigen Geiseln mehr im Gazastreifen.

Trotz der Freilassung zahlreicher weiblicher Geiseln während einer siebentägigen Feuerpause Ende November haben die Hamas und ihre Verbündeten weiter 16 Frauen in ihrer Gewalt. Die 70-jährige Judith Weinstein Haggai ist die Älteste unter ihnen. Fünf Frauen im Alter von 18 und 19 Jahren sind israelische Soldatinnen.

Auch vier Männer im Alter von über 80 Jahren sowie sieben Männer über 70 werden noch festgehalten. Einige von ihnen sind die Ehemänner der bereits freigelassenen ebenfalls hochbetagten Geiseln Ruth Munder, Tamar Metzger, Jocheved Lifschitz und Nurit Kuper. Zusätzlich zu den 129 Geiseln gelten israelischen Angaben zufolge fünf Personen noch immer als vermisst, bei ihnen handelt es sich um vier Israelis und einen Eritreer.