APA - Austria Presse Agentur

Berlusconi zieht als meistgewählter Kandidat nach Brüssel

Italiens viermaliger Premier Silvio Berlusconi zieht als meistgewählter italienischer Kandidat ins EU-Parlament ein.

Mit 527.000 Vorzugsstimmen ist der 82-jährige Chef der rechtskonservativen Forza Italia der Kandidat mit den meisten Vorzugsstimmen in Italien hinter Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini. Dieser bekam 2,2 Millionen Stimmen, verzichtet aber auf das Mandat.

"Berlusconi ist der meistgewählte Italiener im neuen EU-Parlament", jubelte der Forza Italia-Senator Lucio Malan. "Dank Berlusconi wird die Forza Italia eine entscheidende Rolle zur Förderung des Dialogs mit der EU zu spielen, wo Salvinis rechtspopulistische Freunde nicht gewonnen haben und nur eine Minderheit sind", so der Forza Italia-Abgeordnete, Renato Brunetta. Die Berlusconi-Partei gehört wie die ÖVP zur weiterhin stimmenstärksten europäischen Parteienfamilie, der Europäischen Volkspartei (EVP). Der 82-Jährige hat in den vergangenen Monaten bereits eine Wohnung in Brüssel gekauft, um längere Zeit dort zu verbringen.

Kein Erfolg im Heimatort

Trotz des persönlichen Erfolgs erlitt Berlusconi eine böse Überraschung in seinem Heimatort Arcore bei Mailand. Hier war Salvini mit 949 Vorzugsstimmen der meistgewählte Kandidat für das EU-Parlament, gefolgt von dem sozialdemokratischen Bewerber Giuliano Pisapia mit 387 Stimmen. Berlusconi musste sich mit 371 Vorzugsstimmen begnügen.

Nach einer Operation wegen eines Darmverschlusses Anfang Mai musste Berlusconi in den vergangenen Wochen wegen seines angeschlagenen Gesundheitszustands auf eine großangelegte Wahlkampagne verzichten. Der TV-Unternehmer konnte bei der Europawahl erstmals wieder kandidieren, nachdem vor einem Jahr ein fünfjähriges Ämterverbot gegen ihn wegen seiner rechtskräftigen Verurteilung wegen Steuerbetrugs aufgehoben worden war. Zwischen 1994 und 2011 hatte Berlusconi viermal das Amt des italienischen Ministerpräsidenten innegehabt. Seine Forza Italia landete mit 8,8 Prozent der Stimmen auf Platz vier hinter Lega, PD und Fünf-Sterne-Bewegung. 2014 hatte die Forza Italia mit 16,8 Prozent noch doppelt so viele Stimmen erreicht.

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