APA - Austria Presse Agentur

BRICS-Gipfel in Südafrika mit Fokus auf Erweiterung

Die Allianz fünf aufstrebender Volkswirtschaften BRICS kommt ab Dienstag zu ihrem 15. Gipfel in Südafrikas Wirtschaftsmetropole Johannesburg zusammen. Im Vordergrund des Spitzentreffens, das bis Donnerstag dauert, steht die Erweiterung der Gruppe. Bisher gehören Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika dem Staatenbund an. Jetzt will die Gruppe zu "BRICS plus" werden und zahlreiche neue Mitglieder aufnehmen.

Auf Aufnahmekriterien müssen sich die Mitgliedstaaten noch einigen. Auch, ab wann zusätzliche Länder aufgenommen werden, ist noch unklar.

Der chinesische Präsident Xi Jinping, Brasiliens Luiz Inácio Lula da Silva, Südafrikas Cyril Ramaphosa und der indische Premierminister Narendra Modi werden auf dem Gipfel persönlich erwartet. Der russische Präsident Wladimir Putin wird von Außenminister Sergej Lawrow vertreten. Der russische Präsident will sich per Video zuschalten. Würde er anreisen, müsste er befürchten, wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen während der russischen Invasion in der Ukraine gemäß dem Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag festgenommen zu werden.

Mehr als 30 weitere Länder haben ihre Teilnahme an dem Treffen bestätigt. Zudem sind 67 hochrangige Politiker aus Afrika und dem globalen Süden eingeladen sowie 20 Vertreter unter anderem der Vereinten Nationen, der Afrikanischen Union sowie regionaler Wirtschaftsgemeinschaften Afrikas.

Nach Angaben der südafrikanischen Außenministerin Naledi Pandor haben etwa 40 Staaten mehr oder weniger verbindlich Interesse an einer BRICS-Mitgliedschaft bekundet, 23 davon konkret, darunter Argentinien, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Algerien, Ägypten, Iran, Kuwait, Bangladesch, Venezuela und Thailand. Ziel der Erweiterung der Gruppe sei die "Suche nach Alternativen" zu den aktuellen globalen Machtverhältnissen, so Pandor. Die BRICS-Länder machen nach eigenen Angaben 42 Prozent der Weltbevölkerung, 30 Prozent der globalen Landfläche und 24 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung aus.