Bulgarien wählt parallel zur EU-Wahl ein neues Parlament

Bulgarien wählt am Sonntag ein neues Parlament
Bulgarien wählt an diesem Sonntag parallel zur Europawahl bereits zum sechsten Mal binnen drei Jahren ein neues Parlament. Die Neuwahl war nach dem Bruch der prowestlichen liberal-konservativen Regierungskoalition von Ministerpräsident Nikolaj Denkow im März notwendig geworden. Das bis dahin mitregierende Mitte-Rechts-Bündnis Gerb-SDS des einstigen Ministerpräsidenten Boiko Borissow dürfte laut Prognosen von Meinungsforschern die Wahl mit rund 25 Prozent der Stimmen gewinnen.

Gerb-SDS dürfte die absolute Mehrheit aber verfehlen. Der zweite Platz ist laut Meinungsumfragen stark umkämpft, da drei politische Kräfte jeweils rund 15 Prozent der Stimmen erhalten könnten - das bis März in einer Koalition mit Gerb-SDS regierende liberal-konservative Bündnis PP-DB, die prorussische nationalistische Partei Wasraschdane (Wiedergeburt) und die als Bewegung für Rechte und Freiheiten der türkischen Minderheit gegründete DPS.

Mindestens sechs Parteien könnten in die neu gewählte Volksvertretung in Sofia einziehen. Dass sich daraus klare Machtverhältnissen ergeben, sehen Politologen eher als problematisch an. Von dieser Neuwahl hängt ab, ob es im ärmsten EU-Land weiterhin eine prowestliche Regierung geben wird. Die Regierungsgeschäfte führt aktuell ein Übergangskabinett.

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