APA - Austria Presse Agentur

Bundesheer modernisiert sein Sanitätswesen

Das Bundesheer modernisiert sein Sanitätswesen. In den kommenden Jahren werden mehr als 30 Mio. Euro investiert. Ein Fokus liegt dabei auf die Erhöhung der personellen Kapazitäten im medizinischen Bereich. Die ersten Schritte, um mehr Militärärzte für das Bundesheer zu gewinnen, wurden bereits gemacht. Im Rahmen eines Pilot-Projekts bekommen "Militär-Medizinstudenten" ihr Studium finanziert und verpflichten sich im Gegenzug, für bis zu elf Jahre bei Bundesheer zu bleiben.

"Wir müssen im Bereich des Sanitätswesens des Bundesheeres noch einiges voranbringen und investieren. Die ersten Schritte haben wir bereits gesetzt und einiges geschafft: Für das kommende Studienjahr haben wir für das Bundesheer Studienplätze im Bereich der Humanmedizin an der Medizinischen Universität Wien erhalten, und es gab hier einige Interessenten", sagt Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) gegenüber der APA. Das Bundesheer sei auf der Suche nach Militärärzten und mit dieser Studienmöglichkeit wolle man "den Beruf des Militärarztes attraktiver gestalten und neue und engagierte Ärzte für unser Heer gewinnen".

Darüber hinaus übergab Tanner im diesem Jahr 20 Notarztwägen des Typs "VW Crafter 4 Motion" an die Truppe. Bis zum Jahr 2023 sollen weitere fünf Stück San-Dingos, das sind gepanzerte Radfahrzeuge mit einem Sanitätsaufbau, um medizinische Versorgungen gewährleisten zu können, im Bundesheer angeliefert werden. Künftig sollen hier insgesamt 21 Stück zur Verfügung stehen. Weiters werden Sanitätsrüstsätze für gepanzerte Fahrzeuge wie den Schützenpanzer Ulan, für das Geländefahrzeug Hägglunds sowie für die Mannschaftstransporte Pandur EVO beschafft, um im Notfall geschützte Krankentransporte durchführen zu können.

In den letzten zwei Jahren wurden insgesamt etwa 20 Millionen Euro in Sanitätseinrichtungen des Heeres investiert. Darunter sind etwa 9,3 Millionen Euro für die neue Stellungskommission in Stammersdorf der Van-Swieten-Kaserne vorgesehen und weitere fünf Millionen in den nächsten Jahren. Für das neue Militärspital in Innsbruck wurde im letzten Jahr 6,2 Millionen Euro geplant, weitere 12,5 Millionen Euro folgen in den nächsten Jahren für den Bau und Neuerrichtung des Spital im Sanitätszentrum West. Insgesamt stehen in den nächsten Jahren weitere 20 Millionen Euro für die Sanierungen der medizinischen Infrastrukturen zur Verfügung.

"In den nächsten Jahren wollen wir weitere zehn Millionen Euro für neue Feldambulanzen, eine Art bewegliches Krankenhaus, und in verlegbare Sanitätseinrichtungen investieren. In 60 Liegenschaften wollen wir eine 14-tägige autarke Sanitätsversorgung erreichen. Dazu müssen wir in das zugehörige Sanitätsgerät, Sanitätsmaterial und auch in Lagerkapazitäten investieren. Um die medizinische Versorgung allerdings in den nächsten zehn Jahren aufrechtzuerhalten, brauchen wir ein entsprechendes Budget. Denn auch im Bereich der Gesundheit unserer Soldaten und das betrifft auch den Bereich unsere Wehrpflichtigen, dürfen und wollen wir nicht sparen", so Tanner.